Jiang ist ein Waisenjunge. Er ist nicht besonders gebildet und kann auch nicht gut kämpfen. Das hält ihn aber nicht ab, es zumindest zu versuchen. Und so riskiert er einmal zu viel eine dicke Lippe und bringt sich in Schwierigkeiten. Doch ein ehemaliger Kung Fu Kämpfer und Bettler hilft ihm aus der Patsche und macht ihn zu seinem Schüler. Er soll ein Amulett zu seinem Bruder bringen, welcher einen Schatz transportiert und dort als Leibwächter fungieren.
Neben dem mal wieder saublöden deutschen Titel (Karate??? Bomber??? Kung Fu Clown wäre realistischer) muß man hier noch deutlich konstatieren, das die eine der sehr frühen Hauptrollen von Jackie Chan darstellt und dieser hier seine beliebten Elemente noch nicht eingebracht hat. Der Film ist zwar durchaus schon als Martial Arts Comedy zu bezeichnen, aber statt auf Kämpfe mit allen möglichen und unmöglichen Gerätschaften zu hantieren, ist hier der Humor noch aus den Untiefen der Klamaukkiste extrahiert und etwa so amüsant wie ein Zahnarztbesuch ohne Betäubung.
Ich würde sogar soweit gehen Karate Bomber nicht wirklich als einen typischen Chan Film anzusehen, weil schlicht noch alles fehlt, was ihn in den folgenden Jahrzehnten so populär gemacht hat. Mal Popeye zu spielen oder Charakteren mit permanenter Flatulenz-Diarrhö dürfte für die allermeisten Zuschauer bestenfalls den Stellenwert einer Stand-up Comedy Nummer von Angela Merkel haben.
Hier gibt er den Taugenichts, der sich für einen berühmten Kämpfer hochstapelt. So fallen dann auch zu Anfang mögliche gute Fights flach, weil Jackie ja storybedingt nichts zeigen darf, was er ja unzweifelhaft könnte. Im Grunde ist Karate Bomber ein Miststreifen, allerdings mit Ausnahme des Showdowns, als sich ganze Rudel guter und böser Figuren zum Showdown treffen. Hier wird dann tatsächlich so etwas wie Kampfkunst ausgepackt und sogar der Humor funktioniert dort.
So bleibt das Frühwerk doch bestenfalls eine Sache für die glühendsten Fans, aber doch eher eine Randnotiz im Gesamtkunstwerk. Ich empfehle wirklich dringend die erste Stunde komplett vorzuspulen, denn es gibt optisch nichts zu sehen und wer hier lacht, hat auch Spaß beim Katzenertränken im Fluß.
4/10