Die letzten Jahre haben uns fantastische Thriller, Dramen und Komödien aus Frankreich gebracht. MEIN STÜCK VOM KUCHEN ist eine gelungene Melange der letzten beiden Genres. Der Film baut sehr geschickt und langsam eine Spannungskurve auf und sorgt mit seinem gut gesetzten Szenen- und Wortwitz vor allem in der 1. Hälfte für gutes Komödien-Feeling. Nach einem Story-Twist ist die Geschichte am Ende zwar logisch stimmig aber etwas zerfahren in der Darstellung und kann an die Dichte der Erzählung nicht ganz anknüpfen.
Kurz zur Story: France hat 3 Kinder und verliert nach über 20 Jahren ihren Job. Um trotzdem alle ernähren zu können zieht sie unter der Woche von Dünkirchen nach Paris. Dort arbeitet sie als Putzfrau bei einem Investmentbanker bzw. Hedge Fond Manager und sorgt sich auch noch um ihr Kind. Doch dann tun sich für sie unerwartete Entwicklungen auf....
Die Darstellung der Mutter France ist sehr gut gelungen. Von der gebrochenen Frau, zum "Stehaufmännchen" auf Jobsuche bis hin zur gekonnten Business-Dinner Begleitung ist sie extrem wandelbar und versteht es immer authentisch und auch komisch zu sein wenn nötig. Steve mimt den Investmentbanker etwas sehr schulbuchmäßig und überzogen. Die Figurenzeichnung insgesamt ist etwas schwarz-weiß aber trotzdem sympathisch gelungen.
Dies tut aber dem 1. Teil des Films der sehr gelungene komödiantische Szenen hat keinen Abbruch. Der sozialkritische Aspekt ist deutlich vorhanden aber auch nicht zu dick aufgetragen. Insgesamt also ein lohnender Film, man sollte allerdings kein Meisterwerk erwarten und sich einfach entspannt auf das gezeigte einlassen und geniessen.
6/10 Punkten