Review

Es dürfte sich wohl um den ersten Slasher aus Israel handeln, von dem es in absehbarer Zeit mit Sicherheit ein amerikanisches Remake geben wird. Wobei, eigentlich ist der Streifen kein reiner Slasher, sondern er soll einem als solcher verkauft werden, denn in dieser Geschichte voller Irrungen und Wirrungen benötigt es fast keinen Killer, um für einen ordentlichen Bodycount zu sorgen.

Das Geschwisterpaar Ofer und Tali ist vom Elternhaus in den Wald geflohen, doch nun sitzt Tali in der Falle eines Tunichtguts. Als ihr Bruder Hilfe holen will, stößt er auf zwei Mädchen und zwei Jungs, die sich auf dem Weg zu einem Tennisturnier verfahren haben. Zur gleichen Zeit ist in dem Wald ein Jäger mit seinem Hund unterwegs, doch spätestens als die zwei alarmierten Polizisten ins Geschehen eingreifen, eskaliert die Situation vollends…

Die Vornamen klingen fremdartig, die Gesichter wirken nicht so US-amerikanisch, doch ansonsten könnten die ersten zwanzig Minuten original aus einem handelsüblichen Backwood-Slasher stammen. Teens auf dem Weg durch den Wald, ein stummer Killer im Overall, bis einer eine Pinkelpause benötigt und kurz darauf jemand vors Auto rennt.
Ab da könnte das Gemetzel losgehen, doch es kommt alles ganz anders.

Polizist Danny hat akute Beziehungsprobleme und ist mehr mit dem Bequatschen eines Anrufbeantworters beschäftigt, Gesetzeshüter Yuval ist hingegen ein kompletter Kotzbrocken, der sein Amt schamlos ausnutzt, um bei den Damen eine Leibesvisitation durchzuführen. Der Jäger ist indes per Funk mit seiner weitaus jüngeren Lebensgefährtin verbunden, während der Killer ab einem bestimmten Moment für eine ganze Weile abtaucht, denn unzählige Missverständnisse und Irritationen führen dazu, dass sich die Wege einiger Figurenkonstellationen kreuzen und diverse Begegnungen zuweilen tödlich enden.

Die Chose ist mit viel schwarzem Humor und einiger Ironie versehen, es gibt makabere Situationskomik, allerdings auch ein paar tragische Momente, welche sich im letzen Drittel häufen. Zwar hat die FSK bei den Gewaltszenen wieder angesetzt, dennoch bleiben kurze und heftige Einlagen, wie Schläge mit einem Stein, ein zermatschter Unterkiefer, abbe Finger und eine Metallstange im Körper. Alles handgemacht und ohne Computerblut.

Allerdings hat der Streifen auch mit kleinen Mankos zu kämpfen. Die Kamera liefert zwar insgesamt recht variable Perspektiven, bei den wenigen Bewegungsmomenten im Wald wackelt sie jedoch nahezu unsehbar wie bei einem Anfänger auf Speed. Auch können einige der jüngeren Darsteller nicht so recht überzeugen, zudem tritt storytechnisch kein Sympathieträger hervor, was allerdings darauf zurückzuführen ist, dass man sich bei keiner Figur sicher sein kann, ob da im Verlauf nicht doch eine dunkle Seite zum Vorschein kommt.

Von der Bärenfalle bis zur Tretmine muss in diesem Wald, in welchem übrigens keiner die titelgebende Tollwut hat, zu jeder Zeit mit allem gerechnet werden.
Zwar wirken einige Wendungen ein wenig bizarr und das Verhalten mancher Charaktere nicht immer nachvollziehbar, doch am Ende ist man positiv überrascht, was sich mit wenig Aufwand und guten Einfällen alles auf die Beine stellen lässt und das sogar bei einem mehr als deutlichen Cliffhanger.
Eine erfrischende Mischung aus Slasher, Psycho-Thriller und Groteske, - für Genrefans und Freunde düsteren Humors eine klare Empfehlung.
7,5 von 10

Details
Ähnliche Filme