(K)Ein Slasherstreifen
„Rabies“ wurde als erster Horrorfilm aus Israel vermarktet und konnte allein dadurch Aufmerksamkeit generieren. Allerdings konnte er auch auf diversen Filmfestivals Preise abräumen und Genrefans überzeugen… Was ist dran an diesem Israeli-Slasher? Er handelt von einigen fremden Menschen in einem abgeschiedenen Waldstück - von denen nicht allzu viele den Abspann lebend erreichen werden. Anders und detaillierter kann und muss man den Inhalt nicht vorwegnehmen.
Habe ich was verpasst?
Die Erwartungen unterlaufen, das kann und tut „Rabies“ sehr gut. Da erinnert er von seinem Grundkniff fast an eine Komödie wie „Tucker & Dale vs. Evil“ oder natürlich Bavas Slasherklassiker „A Bay of Blood“ - und wer die Ausgangslagen bzw. das Überraschende der beiden Werke kennt, wird sofort wissen woran sich auch „Rabies“ aufhängt. An Missverständnissen, an Vorurteilen, an schwarzem Humor. Und das klappt gut. Erst recht aus einem Land, das in diesem Genre noch kaum Erfahrung hat und bisher nicht gerade Horrorwellen international geschlagen hat. Rechnet man dazu die Metaebene eines Landes, das sich nicht nur gefühlt dauerhaft im Krieg befindet, sondern auch immer etwas im Clinch mit sich selbst, dann hat „Rabies“ schon genug zu bieten und zu interpretieren. Dennoch liefert er für mich u.a. genau wegen diesen Stärken auch nicht das, was ich eigentlich sehen will, was sein reißerischer Untertitel verspricht. Dazu dieser immergleiche Wald im Hintergrund und genug Overacting für drei Filme, viel Kitsch und bedeutungschwangere Dialoge - fertig ist eine vielleicht überraschende und vielschichtiger als gedachte, aber insgesamt alles andere als zufriedenstellende Zeit für den geneigten Slasherfan.
Fazit: ungewöhnlicher Etikettenschwindel, der nicht mit Leichen, aber mit Morden geizt. Als „erstes“ Horrorouting aus Israel in Ordnung und kreativ. Nicht das was man erwartet. Dennoch alles andere als befriedigend für mich.