Es gibt Trash und es gibt guten Trash und da muss sich dieser Streifen zwangsläufig mit dem im letzten Jahr erschienenen, rein formal ähnlich gelagerten „Piranha 3D“ vergleichen lassen.
Und eigentlich weiß ein Regisseur wie David R. Ellis spätestens seit seinem „Final Destination 2“ wie man Figuren mit viel Spannung über die Klinge springen lässt, doch in diesem Fall enttäuscht er auf ganzer Linie.
Die Studenten um Nick wollen ein ausgelassenes Wochenende am See verbringen, an dem Saras Eltern ihr Ferienhaus haben. Nach einem Wasserski-Unfall will man rasch Hilfe holen, doch dabei bemerken die jungen Leute erst, dass angriffslustige Haie den See bevölkern…
Der Streifen kann es eigentlich nur aufgrund des 3Ds und dem soliden Budget ins Kino geschafft haben, denn ansonsten unterscheidet er sich nicht von gängigen Tierhorrorbeiträgen, die direkt auf dem Silberling landen.
Schwache Charaktereinführung mit einem ehrgeizigen Fast-Mediziner Nick, einem sportlichen impulsiven Poser, dem typischen Zocker und Nerd, zwei netten Damen und der Gastgeberin Sara, die eine Querverbindung zu den ortsansässigen Rednecks Denis und Red aufweist, die später noch ein wenig untermauert wird.
Sprich, - lahme Figuren, welche von ebenso langweiligen, austauschbaren Gesichtern verkörpert werden.
Und es dauert auch rund eine halbe Stunde, bis sich überhaupt etwas ereignet, wenn man mal das akrobatische und zugegebenermaßen effektiv gefilmte Wellenreiten außen vor lässt.
Mit dem abgetrennten Arm hat es sich dann auch weitgehend mit Splattereffekten, da die übrigen Angriffe größtenteils unter rot verfärbtem Wasser stattfinden und die Haie zu keiner Zeit explizit zuschnappen.
Jene sehen auch nur mittelmäßig aus, obgleich sie von Walt Conti sind, der selbige bei „Deep Blue Sea“ um Längen besser hinbekam.
So funktioniert in prekärer Situation mal wieder kein Handy, jemand kann in einem See in Louisiana ohne Taucherbrille einen bestimmten Gegenstand vom Boden fischen, den Vorlauf begleiten einige Fast-Forwards (weil er sich ansonsten noch elender hinziehen würde) und die einzig erwähnenswerten 3D-Effekte bieten einige plastische Tauchgänge, ein paar Hai-Kiefer, sowie eine Explosion, bei der einem Teile des Objekts entgegen fliegen.
Final (und bereits weit davor) klärt sich auf, wie die Haie in den See gelangten und wer dabei alles seine dreckigen Finger (und Zähne) im Spiel hat, um einen nicht ganz nachvollziehbaren Plan durchzuführen. Die letzte Einstellung ist dem obligatorischen Schlussgag geschuldet, wobei der Music-Clip „Shark Bite“ mit den Beteiligten des Casts nach dem Abspann die Sache nicht wirklich abrundet.
Spannung kommt bei alledem viel zu selten auf, die Dramaturgie vermag kaum zu fesseln und Szenen haarscharfer Fluchtaktionen aus dem Wasser werden die meiste Zeit über schmerzlich vermisst.
Zudem gibt es nicht den geringsten Versuch eines Augenzwinkerns, - der Stoff nimmt sich latent furchtbar ernst und scheitert damit teilweise schon beiden wenig überzeugenden Mimen, die es, besonders auf Seiten der Hinterwäldler, maßlos übertreiben und dennoch kein Schmunzeln bewirken.
Auf Hochglanz gepimpter Trash mit einer müden und durchweg vorhersehbaren Story, einem erschreckend schwachen Score von Graeme Revell und wenig Überraschendem erwartet den Genrefan mit diesem Streifen, der im Vergleich zum Party-Knüller „Piranha 3D“ schon fast ein Rohrkrepierer ist.
Flach, uninspiriert und viel zu selten mit dem angereichert, was der Tierhorrorfreund, vor allem in Bezug auf eine Kinoauswertung voraussetzt: Spaß, Spannung und Blut in effizienter Inszenierung, - doch davon gibt es bei „Shark Night“ herzlich wenig mitzunehmen.
3,5 von 10