Review

kurz angerissen*

Wenn die Unterhaltung stimmt, ist man bei Teen-Horror gerne dazu bereit, viele Fragwürdigkeiten zu übersehen. Die Bereitschaft dazu hat sich sogar längst zum Kult gemausert; Trinkspiele etwa sind stets willkommen, wenn mal wieder ein dummes Opferlamm bereitwillig ins Dunkel zu seinem Opfer hoppelt.

Da ist es ein Leichtes, sowohl die zwielichtigen Beweggründe einiger Einheimischer rund um den Badesee zu schlucken als auch die schiere Tatsache, dass sich unzählige Arten von Haien in besagtem See aufhalten. Artenvielfalt hat jedenfalls noch selten geschadet. Der angepeilten Leichtkostunterhaltung tut es jedenfalls gut, nicht auf einen Angreifer angewiesen zu sein, sondern vom Bullen- über den Hammerhai bis zum Großen Weißen eine ganze Armada an Menschenfressern ins Rennen zu schicken.

Vermutlich hätte sich David R. Ellis für den letzten Film vor seinem Tod ein Werk von anderem Kaliber gewünscht, doch gemessen an den Ansprüchen ist "Shark Night" nicht der Totalausfall, als der er gerne bezeichnet wird. Die Haiattacken gehören vielleicht nicht gerade zu den größten Momenten des Horrorfilms; mal färbt sich bloß das Wasser rot, mal hüpfen die Fische wie Springteufel aus dem Wasser, um dem 3D zu gefallen. Jedoch inszeniert Ellis ungeachtet der jeweiligen Auflösung eine flotte Ereigniskette in hübsch gefilmtem Ambiente. Diese ist zwar stets holprig begründet und bei weitem nicht immer glaubwürdig, doch ist es nun auch nicht so, dass man wieder fröhlich baden ginge, nachdem die erste Attacke vorüber ist. Immerhin, es gibt flotte Motorbootverfolgungsjagden, drehbuchbedingt einige Spießwechsel und sogar eine dicke Explosion nach dem Duell Boot vs. Zapfsäule.

Das ist nun nichts, worüber man Romane schreiben müsste, aber doch immerhin größtenteils schmerzfreie Unterhaltung, die trotz Haien sogar noch Lust auf Urlaub am Badesee erzeugt.
(4.5/10)

*weitere Informationen: siehe Profil

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