Sechs Jahre nach Gründung der Trashschmiede Troma erschien 1980 der Slasher "Muttertag", welcher vergleichsweise ernste Töne anschlug. Es hat ein wenig gedauert, bis die Nachfolgegeneration um Lloyd und Charles Kaufman auf die Idee kam, einen "Father's Day" auf den Markt zu bringen, welcher zumindest stilistisch an alte Zeiten anknüpft.
Der geistesgestörte Killer Fuckman scheint nach Jahren erneut zuzuschlagen, denn jüngst wurde der Vater vom jungen Twink ermordet, welcher nach dem tragischen Verlust von Pater Sullivan unterstützt wird. Gemeinsam mit dem rachsüchtigen Ahab begibt sich das Trio auf Verbrecherjagd, doch ahnen sie nicht, welche dunklen Mächte Fuckman umgeben...
Die Jungs von Troma sind natürlich bekannt für ihre absurden Momente, Geschmacksverfehlungen und schräge Einlagen, doch für das angebliche Mini-Budget von rund 10.000 Dollar sieht das Ergebnis zumindest handwerklich okay aus. Der Retro-Look kann sich größtenteils sehen lassen, der Grindhouse-Effekt wird durch diverse Filmmaterialfehler unterstützt, so dass zwischendurch der Eindruck einer zigfach abgespielten Videokassette entsteht. Zudem unterstreicht der käsige Soundtrack die 80er Atmosphäre meistens sehr treffend, womit dem optischen und akustischen Grundgerüst in Sachen Nostalgie wenig anzukreiden ist.
Die Geschichte ist wie gewohnt dünn und wird von zahlreichen Exkursionen in skurrile Gefilde begleitet, wobei sich die Chose phasenweise doch ein wenig zu ernst nimmt und in Bereiche abgleitet, die besonders im Mittelteil merkliche Längen entstehen lässt.
Ansonsten punktet der Stoff mit einigen völlig hirnrissigen Aktionen, etwa als der Priester den sagenumwobenen Ahab am anderen Ende der Welt aufsucht und sich zu Fuß durch Eis, Dschungel und Ozean begibt. Später hält der Gottesdiener noch eine auffallend blasphemische Andacht, was natürlich genauso grenzüberschreitend ist wie einige ekelige Vorgänge, da es schließlich um einen Irren geht, der Typen vergewaltigt und anschließend ermordet, wobei zahlreiche nackte Damen den Schmuddelfaktor nicht mehr wegkaschieren können.
In diesem Zusammenhang wird eine ganze Reihe meist handgemachter Gewalteinlagen dargeboten, die teils drastisch (herausgeschnittener Augapfel), zuweilen abstoßend (Spritze und Messer in Penis) bis hin zu herrlich übertrieben (Körperteilung) ausfallen.
Übertreibungen im darstellerischen Bereich gehören ebenfalls dazu, was den weitgehend unbekannten Mimen fast durch die Bank sichtliche Freude bereitet.
Doch leider mangelt es dem Streifen an Charme, denn trotz der teils nostalgischen Aufmachung und einiger völlig bescheuerter Szenen wie Explosion mit sichtlichem Greenscreen oder zwischenzeitlicher Werbung für einen Sci-Fi-Film hält sich der Sympathiefaktor deutlich in Grenzen. Wer die ollen Kamellen von Troma mag, wird sowieso einen Blick riskieren, - ein Trashfeuerwerk der guten Laune sollte man jedoch nicht erwarten.
6 von 10