Es war fast zu erwarten, dass „Daedball“ kein wirklicher Sportfilm mit tödlichen Einlagen werden würde, da Regisseur Yûdai Yamaguchi Jahre zuvor bereits den recht schrägen „Battlefield Baseball“ ablieferte und nun vergleichsweise wenig änderte.
Ein Faible für absurde und teils geschmacklose Einlagen ist eigentlich schon eine feste Grundvoraussetzung.
Als Kind tötete Jubei (Tak Sakaguchi) aus Versehen seinen Vater mit einem Baseballwurf und schwor daraufhin, den Sport nie wieder zu betreiben. Als junger Mann wird Jubei allerdings straffällig und landet im Knast, wo er von der Direktorin gezwungen wird, aus den Insassen ein Team zu formen, welche kurz darauf an einem knallharten Spiel teilnehmen soll…
Der Stoff lässt sich am ehesten als Fun-Splatter klassifizieren, da es wenig um den Sport an sich geht und die Handlung ohnehin eher nebensächlich ist. Bereits während der Exposition mit dem tödlichen Unfall wird es kurzfristig grotesk, als Jubei gen Himmel abhebt, um seinen Wurf auszuführen. Ein schlechtes Vorzeichen sind allerdings die grottenschlechten Computereinlagen, von denen es im Verlauf noch einige gibt, auch im Bereich der Gewalteinlagen.
Ansonsten liefert Yamaguchi wesentliche Zutaten für typisch überdrehten japanischen Trash.
Die meisten Mimen neigen zum Overacting, es erscheinen ein paar ansehnliche, leicht bekleidete Damen fürs gegnerische Team, Nazis tauchen ebenfalls auf und für Ekeleinlagen wird in Form rektaler Untersuchungen gesorgt.
Im Knast selbst ereignet sich nicht so viel, die Konzentration liegt auf dem tödlichen Spiel, bei dem allerlei Gimmicks zum Einsatz kommen. Bälle werden zu tödlichen Geschossen, es wird von Schusswaffen gebraucht gemacht und gegen Ende wird ein Kampfroboter namens Glockenheim bemüht, welcher natürlich auf dem Mist der Nazis beruht.
Spannend gestaltet sich das Treiben nur leidlich, da nie ein richtiger Fluss entsteht und die Regeln überdies rasch über Bord geworfen werden. Das bunte Dahinsiechen steht im Fokus und zumindest diesbezüglich werden kunterbunte, meist völlig überzogene Einlagen präsentiert, gerne auch mal mit einer zehn Meter breiten Blutlache.
Solch völlig behämmerte Ideen halten das Gefüge jedoch beisammen, etwa, als Jubei mit der Hand ins Nichts greift, um kurz darauf eine angezündete Zigarette in der Hand zu halten oder der beste Kumpan der Hauptfigur einfach mal von einer Frau verkörpert wird. Da boxt auch schon mal eine Hand durch einen Telefonhörer oder ein Baseball landet im Auge, welcher Tage darauf noch immer dort klebt.
Oft albern, häufig mit Klamauk angereichert, nimmt sich der Streifen zu keiner Zeit ernst und liefert ein Sammelsurium vergleichsweise harmloser Gewalteinlagen und skurriler Ideen.
Abgesehen von den schlechten CGI wird handwerklich okay gearbeitet und Sakaguchi performt in der durchweg ernst angelegten Hauptrolle recht passabel.
Für Trashfreunde typisch japanischer Absurditäten einigermaßen kurzweilig, allzu frech kommt er letztlich jedoch nicht daher.
6 von 10