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Zwar ist „Enter the Dragon“ unter'm Strich zum beliebtesten Bruce-Lee-Film geworden, aber in Sachen Handlung hat „Fist of Fury“ klar die Nase vorn. Ein Martial-Arts-Streifen mit intellektueller Story (gibt’s denn so was wirklich??) über den Rassismus zwischen China und Japan, dieses Denken ist bis heute nicht völlig verflogen, was auch der entscheidende Grund dafür war, dass später sogar ein Remake unter dem Titel „Fist of Legend“ mit Jet Li, der darin laut Fan-Kreisen seinen besten Auftritt überhaupt hatte, gedreht wurde. Es gehört in der Tat eine Menge dazu, die rassistischen Aspekte, welche sich hier gegen die japanischen Landsleute richten, derart unverhohlen dar zu stellen, aber die Kombination aus diesem heiklen Thema und dem ständigen Konkurrenzkampf zwischen asiatischen Kung Fu-Schulen ist schlichtweg genial und wurde dank vieler origineller Einfälle auch exzellent umgesetzt, man denke z. B. an die fast schon kultverdächtige Szene, in der Bruce in Richtung Stadtpark schlendert und am Eingang abgefangen wird, weil...mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, da man so etwas einfach selber gesehen haben muss (wer’s kennt, weiß bereits, was gemeint ist).
Nichtsdestotrotz lässt die Handlung auch genug Platz für zahlreiche Kampfszenen. Diese gewinnen ihren denkwürdigen Status jedoch mehr durch den spektakulären Waffeneinsatz als durch die mangelnden Gegnergrößen. Richtig überragende Kontrahenten gibt es eigentlich keine, stattdessen wird es bei manchen sogar offensichtlich, dass Lee fast die ganze Arbeit selber machen muss, um ihre eingeschränkten Fähigkeiten ein bisschen zu kaschieren, was durch die bewaffneten Duelle aber locker ausgeglichen wird. Die Nunchaku-Sequenzen sind jedenfalls die besten, die Lee in seinen Filmen zur Schau stellte, mal abgesehen von dem Duell in „Game of Death“, welches als einziges das Zeug hat, diese Vorstellung noch zu toppen. Lo Wei, wiederum Autor, Regisseur und diesmal auch in einer Nebenrolle, verzichtet übrigens auf ausufernde Blutorgien, wie er sie in „The Big Boss“ zum Besten gab. Vielmehr nutzt er das höhere Budget für eine optisch aufwendigere Gestaltung, die den Film rundum ansprechender macht.

Fazit: Bruce Lees stärkste und gewagteste Hong Kong-Produktion.

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