Zwei junge Pärchen gehen in den Wald zum Campen. Einer der Vier filmt unaufhörig mit seiner neuen Digital-Kamera, um am Ende eine Art Dokumentation aus dem Bildmaterial machen zu können. Bald entpuppt sich der Trip ins Grüne aber als Trip ins Grauen. Was mit nächtlichen Raschelgeräuschen beginnt und der Sichtung eines undefinierbaren Wesens weitergeht, mündet im Kampf ums nackte Überleben…
Found Footage und kein Ende. EVIDENCE ist Authentizität vorhechelnder Wackelkamera-Horror im Stile von REC, CLOVERFIELD, PARANORMAL ACTIVITY, GRAVE ENCOUNTERS, V/H/S, THE TUNNEL und wie sie alle heißen. Das relativ billig produzierte Filmchen verlegt seinen Plot in die US-amerikanische Wildnis, sprich in den Wald. Ein Wander- und Campingurlaub soll es werden. Die Protagonisten sind dabei fachmännisch ausgerüstet: Die Kerle tragen Chucks, die Mädels trampeln mit Cowboystiefeln durchs Geäst. Natürlich darf dabei auch ausreichend Alk und der iPod nicht fehlen. Warum einer der Hanswursten die ganze Zeit filmt, ist ebenso an den Haaren herbei gezogen und lächerlich, wie die gesamte Story. Erst raschelt es im Unterholz, dann nachts seltsame Stöhnlaute, ein unbekannter Kerl, der aussieht wie ein Obdachloser gesellt sich ans Lagerfeuer, aber an Stelle ihn zu fragen, was in dieser Gegend vor sich geht, starren die Vollpfosten aus der City den Kerl nur an und verweigern ihm einen Blick auf die Kamera zu werfen. Es folgt ein seltsames, haariges Wesen am Flussufer, das man aus der Ferne für einen Sekundenbruchteil zu Gesicht bekommt. Etwa Bigfoot oder der Chupachabra? Beide Varianten wären gewiss besser gewesen als die Auflösung, die einen hier erwartet. Nachdem die ersten Schwachmaten verschwunden sind bzw. ins Gras gebissen haben, wird mitten in der Nacht die Flucht angetreten. Das Erste, nachdem die Gruppe angegriffen wurde, ist selbstverständlich der Griff zur Kamera. Und dies wird nicht nur mitgenommen, weil das Ding ja schließlich arschteuer war. Nein, es wird weiter gefilmt und das selbst nachdem der Besitzer der Kamera weg ist. Es wackelt und zischt, zu seh’n ist nüscht! Doch plötzlich – ACHTUNG SPOILER! – Spot an: die Überlebenden befinden sich auf einer Militäranlage, alles ist außer Kontrolle geraten und die Versuchskaninchen, irgendwelche haarigen Mutanten oder Menschen mit Gasmasken, laufen Amok. SPOILER ENDE. „So ein Scheiß!“ denkt sich da der geneigte Zuschauer und wünscht sich ein BLAIR WITCH PROJECT herbei, bei dem es einfach keine Auflösung gab.
Ich fasse zusammen: Unlogisch, unverständlich und mitunter so bescheuert, dass es nervt. Die Protagonisten sind ein Haufen Vollidioten und die wenigen FX, die es gäbe, sind dann natürlich verwackelt – argh!
Fazit daher:
Found Footage zum Abgewöhnen.