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Mit "Die Todesfaust des Cheng Li" wurde Bruce Lee über Nacht zum Star. Nachdem er unbedingt die Rolle in "Kung Fu" wollte, doch David Carradine sie bekam, nahmen sich seiner Produzent Raymond Chow und Regisseur Lo Wei an. Mit Wei drehte er ein Jahr später "Todesgrüße aus Shanghai". Zusammen schrieben sie das Drehbuch zu Lee´s erstem Spielfilm, der gleichzeitig den Eastern grundlegend veränderte und neue Maßstäbe setzte. Nach diesem Film ging es für Bruce Lee steil nach oben und kurz darauf durfte er in "Die Todeskralle schlägt zurück" selbst Regie führen. Mein Favorit "Der Mann mit der Todeskralle" von Robert Clouse ist Lee´s erste US-Film und hätte ihm locker die Pforte zu mehr Filme solcher Art geöffnet. Leider verstarb der Meister des Kampfes 1973.

Cheng Li (Bruce Lee) verlässt seine Heimat, weil er dort keine Arbeit findet. Sein Vetter Hsiu Chien (James Tien) besorgt ihm einen Job in einer Eisfabrik. Doch Boss Hsiao Mi (Yin-Chieh Han) schmuggelt Drogen in den Eisblöcken. Zwei Arbeiter haben dies entdeckt und verschwinden spurlos. Hsiu beginnt nach ihnen zu suchen und wird selbst bald vermisst. Auf bitten von Chow Mei (Maria Yi) nimmt sich nun Cheng Li der Sache an. Doch durch seine Beförderung zum Vorarbeiter, lässt er sich von Hsiao um den Finger wickeln. Erst als Chow Mei entführt wird, weiss Cheng Li, dass er die Sache nur mit seinen Fäusten regeln kann.

Bruce Lee schlägt sich recht wacker in seinem Spielfilmdebut, auch kommt er hier ganz ohne seine komisch klingenden Kampflaute aus. Um das Filmprojekt zu realisieren verlegte man die Dreharbeiten nach Thailand, dort ist es wesentlich billiger als in China. Das Budget war so knapp, dass Lo Wei und Bruce Lee den Produzenten Raymond Chow finanziell unterstützen mussten. Lee investierte sein ganzes Geld in diesen Spielfilm, doch es hat sich sichtlich gelohnt. Viel ausgedacht haben sich die Beiden jedoch nicht. Die Story hat mal wieder nur Alibifunktion, um die gut choreographierten Prügeleien miteinander zu verbinden. Hier werden Drogen in Eisblöcken geschmuggelt für den großen Boss Hsiao Mi, welcher natürlich selbst ein begnadeter Fighter ist, ständig Drinks schlürft und sich von hübschen Mädchen massieren lässt. Die Darsteller machen noch nicht viel her, doch hier wurde auch noch nicht so auf Mimik und Gestik geachtet wie heute. Hauptsache man konnte Gut und Böse von einander unterscheiden. Dafür sollte man hier als Darsteller über kämpferische Fahigkeiten verfügen.

Für Bruce Lee kein Problem, doch man muss sich eine geschlagene Dreiviertelstunde gedulden bis der Meister endlich Hiebe austeilen darf. Auch insgesamt darf er ein bisschen zu wenig ran. Nur drei längere Keilereien hat er hier zu bestehen, in denen er dem Zuschauer sein Können unter Beweis stellt. Das Finale hätte ein wenig üppiger ausfallen können, dafür gibt es einen langen Endkampf. Gekloppt wird hier zwar recht viel, doch üblicherweise hat der Film in der Mitte einen Durchhänger, genauso auch der folgende "Todesgrüsse aus Shanghai". Es beginnt rasant, doch dann verfällt der Film der Geschwätzigkeit, bevor es wieder ans Eingemachte geht. Die Keilereien hier fallen allesamt sehr rabiat aus. Gerade die Messerszenen sind ganz schön deftig für die damalige Zeit und wurden bei uns dementsprechend gekürzt. Der hier knallrote Lebenssaft darf ganz schön suppen. Lee selbst darf hier auch mit Messern und auch Stöcken hantieren. Die Choreographien sind hochwertig, auch der Score ist richtig toll geworden. Hat zwar nur drei Melodien zu bieten, doch gerade die Titelmelodie ist wirklich fetzig.

Sehr brutaler Eastern mit tollen Fights, Minimalstory und passablen Darstellern. Sehr nostalgisch und prima anzusehen. Ein guter Start für die Legende Bruce Lee.

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