kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 05.01.2012
Lo Wei zeichnet seinen Star nach dem typischen Muster, das auch die Spätachtziger / Frühneunziger-Amerikanisierung des Kung-Fu-Films übernahm: Ein selbstbewusster Einzelkämpfer, der von einer Respektsperson dazu angehalten wird, nur zu kämpfen, wenn es notwendig wird. So übt sich Bruce Lee hier einen halben Film lang in Zurückhaltung und lässt andere Darsteller und Statisten teils hilflos wirkende Kämpfe austragen, um Lee später um so beeindruckender dastehen zu lassen - nicht zuletzt auch mit Hilfe von inflationär eingesetzten Kameratricks, die überdurchschnittliche Athletik suggerieren sollen (etwa die Mensch-gegen-Hund-Szene).
Indes läuft der Plot in typischen Gewässern von "Außenstehender befreit Bürger von dubiosen Machenschaften einer örtlichen Instanz" ab und erreicht dabei selbst für Lo-Wei-Verhältnisse ungeahnte Dimensionen von Naivität: Wie da ein Arbeiter nach dem anderen "verschwunden wird", da muss man schon sagen, alle Achtung, so dämlich geht nur selten ein Drogenschmuggler durchs Ziel.
Lee überzeugt derweil mit Charisma, weniger natürlich mit Schauspielerei; der Film ragt mit einer zwar saudämlichen, nichtsdestotrotz ambitionierten Handlung aus der Masse, außerdem mit teils ungewöhnlich schönen Sets, was gerade durch die gelungene Blu-Ray-Umsetzung deutlich wird.
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