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"Freerunning" ist eine Sportart, bei der die Teilnehmer mit Überwindung sämtlicher Hindernisse ein Ziel ansteuern. Sowas dürfte  jeder mal von euch schon in Taff oder RTL Explosiv gesehen haben, wie ein paar Bekloppte durch die Straßen rennen und Mauern, Bänke, Mülltonnen oder Bauzäune überspringen.
In "Freerunner" ist diese Sportart (Hüstel) natürlich Hauptthema, eingepackt in eine Gangsterstory mit diversen Filmzitaten.

Ryan nimmt regelmäßig an Freerunner-Rennen teil um damit seinen Unterhalt zu verdienen. Diese werden im Internet übertragen und haben eine große Fangemeinde. Ryan will noch ein letztes Mal teilnehmen, groß absahnen und dann mit seiner Freundin und seinem Großvater die Biege machen - ab ans Meer chillen. Doch daraus wird nichts. Die sieben Freerunner laufen in eine Falle und werden mit Gas ausgeknockt. Als sie wieder erwachen, sind die Runner am Stuhl gefesselt und tragen merkwürdige Halsbänder, die explodieren und jedem den Kopf wegreißen können. Der skrupellose Geschäftsmann Mr. Frank steckt dahinter, der die Runner für eine millionenschwere Wette missbrauchen wird: Er meldet sich per Internetstream und fordert sie zu einem letzten Rennen auf. Nur wer als erster rechtzeitig ans Ziel gelangt, wird dieses Spiel überleben.

 Herrje, wenn schon so ein "Warning"-Symbol im Vorspann wie bei den Jackass-Filmen kommt, hat das ja nichts gutes zu heißen - zumindest nicht, wenn  man sich auf einen Thriller vorbereitet hat. Und so darf man den Freerunnern die erste halbe Stunde zuschauen, wie sie Ihre Rennen veranstalten. Dies geschieht ohne weiteren Tiefgang und ist deutlich in einer Viva-Clip-Optik verfilmt. Von den Freerunnern bekommt keiner Charaktertiefe verliehen, außer Ryan´s großer Rivale Finch, der über Leichen geht, um die Siege einzufahren.

Als ich schon kurz vorm Ausschalten war, schlägt der Film dann doch noch ins Thriller-Genre um. Jedoch was danach passiert, kann man nur noch als reinsten Trash bezeichnen. Die Story dahinter sowie Nebencharaktere sind dermaßen schlecht ausgearbeitet, dass man nichts mehr ernstnehmen kann. Ständig werden die Milliardäre eingeblendet, die sich über ihre Wetteinsätze ärgern und neu bieten, da mal wieder ein Halsband explodiert ist. Klischeehaft gezeichnet ist noch ein netter Ausdruck.  Die blonde Schnickse, die ständig die Spielregeln erklärt, hätte man sich auch sparen können da sie die Nerven deutlich strapaziert.
So stehen die eigentlich gut choreographierten Rennen (ok, ein wenig mehr Wackelkamera wäre angenehm gewesen) mit KungFu-Einlagen dem restlichen Trash gegenüber, was eine Mischung darstellt, die nicht zusammenpasst.

Das ganze erinnert an "Death Race" mit Zutaten aus "Running Man", "Fast & Furious" und "Jackass". Ganz zugeschnitten auf die heutige Facebook-Generation. Als älterer Hase wird man sicherlich nicht wirklich warm damit. Die akrobatischen Einlagen wissen zu gefallen, genau wie der rockige Soundtrack, der leider genauso wenig zu einem Thriller passt und besser in einem "Tony Hawk"-Spiel aufgehoben wäre. Da bleibt nur noch die Frage im Raum, warum sich Danny Dyer für solch einen Mumpitz hergibt.

Fazit:

"Freerunner" ist ein trashiges Vergnügen in Viva-Clip-Optik, der komplett auf Logik oder eine ausgefeilte Story verzichtet. Pubertäre Menschen werden ihn evtl. abfeiern, das "Warning/Stunt"-Zeichen ignorrieren und sich die Zähne an der nächsten Mauer aufschlagen.

4/10

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