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Trash-Papst Roger Corman schmiedet seine „Bloodfist“ - Saga weiter und spendiert mit „Bloodfist VI: Ground Zero“ einen mittelprächtigen „Die Hard“ - Ripoff, der sich erdreistet Ideen des Genrekönigs 1:1 zu übernehmen, gleichzeitig aber auch dem eingespielten Duo Rick Jacobson („Lion Strike“, „Night Hunter“) / Don 'The Dragon' Wilson („Blackbelt“, „The Last Sentinel“) die Gelegenheit gibt nach einem etwas faden ersten Drittel möglichst viel blutige Action unterzubringen.

Eine Raketenabschussbasis dient dieses Mal als Schauplatz, um einen auf sich allein gestellten Recken gegen eine Armada ungehobelter Terroristen antreten zu lassen, die religiös verbrämt ein Arsenal Atomraketen auf amerikanische Städte schicken möchten. Nur gut, dass Kurier Nick Corrigan (Wilson) zufällig auch vor Ort ist und seinem misstrauischen Instinkt folgt, in die Basis eindringt und dort unten aufräumt bevor die Abschuss-Codes entschlüsselt sind.

„Bloodfist VI: Ground Zero“ braucht ein paar Minuten um in Fahrt zu kommen, spart leider auch nicht mit einigen extrem bescheuerten Dialogen, dummen Aktionen (Warum schleppt Nick den Schlüssel wieder mit in die Basis hinein?!) und nervt mit einem General, der nichts anderes im Kopf hat als die ganze Abschussrampe dem Erdboden gleich zu machen. Sowieso ist das mal wieder machtlose Militär draußen vor der Basis eigentlich nur zum Quietschen.
Eine deutliche Sprache bezüglich des Budgets spricht leider das wenig Atmosphäre fördernde Innenleben des unterirdischen Militärstützpunktes, der mit Apparaturen ausgestattet wurde, die wohl damals schon 20 Jahren alt waren. Außerdem sind alle Gänge und Räume in den selben öden Tönen angestrichen. Vergleicht man die Ausstattung mal mit „The Peacekeeper“ oder „Downdraft“ weiß man, wo der Hammer auf diesem Sektor hängt. Sparfuchs Corman hat erneut zugeschlagen und nur das Nötigste investiert. Wenigstens hätte man den Dreh dann doch in irgendeinem Industriekomplex ansiedeln können.

Zum Ausgleich geht es immerhin ordentlich zur Sache. Erst einmal wieder im Inneren der Basis, dezimiert Nick feuchtfröhlich einen Terroristen nach dem anderen und lässt sich auch nicht durch Kugeln stoppen. Blutige Shootouts, Messerkämpfe und Martial Arts bilden die bunte Palette gnadenloser Tötungsmaßnahmen. Dabei übt der Zeitdruck keinen Einfluss aus und die draußen vor dem Tore wartenden Militärs unterbrechen eigentlich auch nur Nick dabei den Bodycount immer höher zu schrauben, denn adäquate Gegner fehlen ihm eigentlich. Art Camacho spielt als hätte er eine mächtige Klatsche, aber Billy Blanks Bruder Michael („Dragon Fire“, „Expect No Mercy“) darf sich wenigstens einen schicken Kampf mit Wilson liefern. Rick Jacobsons Inszenierung hinterlässt trotz der billigen Location einen insgesamt positiven Eindruck.

Der ehemalige Kickbox-Champ agiert dabei wie gewohnt ohne Charisma und schauspielerisches Talent, kann aber seine Martial Arts – Fähigkeiten zum Besten geben und ganz grimmig tun. Weiter fällt keiner auf. Wie auch? Jeder ist nur damit beschäftigt alle erdenklichen Klischees darzubieten, die solche Fanatiker typischerweise mit sich bringen. Die Penetranz nervt mitunter sogar schon.


Fazit:
Harter, gut inszenierter B-Actioner mit schwachen Darstellern, einem einfallslosen Drehbuch und einer wenig Flair entfachenden Billig-Location. Nach einem faden Einstieg geht es aber flott zur Sache und die blutige Action häuft sich, so dass der Genrefan ruhigen Gewissens zugreifen kann. Sobald Wilson ins Geschehen eingreift lässt sich „Bloodfist VI: Ground Zero“ seine Kurzweiligkeit nicht mehr nehmen.

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