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Mit "Bloodfist" gab Don Wilson Ende der 80er Jahre seinen Einstand. Produzent Roger Corman entdeckte das Martial Arts Talent und setzte ihn in vielen seiner B-Produktionen ein. "Zero Control" ist schon der sechste Teil der "Bloodfist-Reihe", der auch nach dem Minimalprinzip funktioniert. Heisst mit möglichst geringem Aufwand, in dem Fall ist besonders das Geld gemeint, ein möglichst hohes Ziel zu erreichen. Man sieht es leider ganz besonders an der kargen Kulisse. Mit einer alten Fabrik will Corman uns verkaufen, dass man sich in einem Raketensilo befände. Doch die sich dort befindliche Technik scheint noch aus der Steinzeit zu stammen, alle Wände haben den selben Anstrich und zudem ist es dort noch schrecklich eng. Genau in dieses Loch bricht die Gangsterbande um Sabian (Marcus Aurelius) ein. Man bringt die Basis brutal in seine Gewalt und somit auch ein ganzes Raketenarsenal. Doch der Militärkurier Nick Corrigan (Don Wilson) funkt dazwischen.
Das Ganze spielt sich in kurzen 85 Minuten ab, völlig ohne Überraschungen, aber mit Drive. Rick Jacobson ist ein wahrer Könner, wenn es darum geht ein krudes bis sinnloses Drehbuch mit möglichst geringem Budget umzusetzen. Er setzte Wilson schon zuvor in "Black Belt" und "Lion Strike" bravurös in Szene, obwohl Wilson kaum über Mimik und Gestik verfügt.

Hier fällt seine Schauspielerei sehr begrenzt aus, doch damit steht er nicht alleine da. Auch Marcus Aurelius (Lion Strike, Blood Hunter), Art Camacho (Private Wars, Human Target) und Cat Sassoon (Bloodfist IV) bekleckern sich hier wahrlich nicht mit Ruhm. Für eine durchschnittliche Darstellung reicht es gerade so. Immerhin hat man Personal mit recht horentem Können im Martial Arts Bereich angeworben. Gerade Michael Blanks, Billys jüngerer Bruder, sticht da heraus. Art Camacho muss sich leider nur erschießen lassen, war aber nebenbei noch für die Choreographien zuständig. Und die Fights fallen dann auch wirklich hochwertig aus, sind in recht hoher Anzahl vorhanden, doch meist recht kurz. Gerade der Endkampf enttäuscht. Dafür ist der Härtegrad recht hoch. Massig blutige Einschüsse, ein passabler Bodycount und einige Genickbrüche. Doch bis Don richtig zum Einsatz kommt, muss man sich ein wenig gedulden. Doch dann drückt Jacobson wirklich gut auf die Tube, das Geschehen wird leider immer durch das Militär unterbrochen. Dort hat der trottelige General Carmichael (Wynn Irwin) das Sagen und der setzt sich gerne über seine Beraterin Major Marin (Robin Curtis) hinweg und will das ganze Raketensilo samt Terroristen in Grund und Boden bomben.

Doch Corrigan ist schon zugange und dezimiert die circa zehnköpfige Terroristengruppe. Aber der General muss den Klischees entsprechend handeln und versucht dauernd mit gewaltsamen Handeln die Sache zu beenden, während Marin versucht Corrigan so gut wie möglich über Funk zu helfen. Das Ganze haben wir schon so oft gesehen, dass es in dieser Kategorie einfach keine neuen Ideen mehr gibt. So beschäftigt man sich mit Zweikämpfen, Shootouts und Hetzjagden durch die gleich aussehenden Gänge. Aber das Handeln des unfähigen Militärs bleibt langweilig. Obendrein hält das Drehbuch von Brendan Broderick (Bloodfist VII) und Rob Kerchner (Firehawk) einige grobe Schnitzer parat. Gerade die Bewachung des Silos ist lachhaft, manche Dialoge sind einfach nur doof und warum zum Teufel geht Corrigan mit dem Schlüssel für die Raketenabschussvorrichtung wieder zurück ins Silo, anstatt einfach zu fliehen.

Über den Sinn darf man hier in keiner Minute nachdenken, "Zero Control" ist nämlich nur ein weiterer "Stirb Langsam Ableger" ohne jegliche Logik und Ideen. Die Darsteller agieren recht hölzern, liefern sich aber nette Schusswechsel und Kloppereien. Überhaupt kann die brutale Action überzeugen und ist auch in ordentlicher Menge vorhanden. Schwach fällt hingegen die Kulisse aus, nebst Score der auch nur drei verschiedene Melodien zu bieten hat. Dieses B-Movie sollte man sich wirklich nur wegen der Action ansehen.

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