Acht der bekanntesten Monster und Untoten der Welt treten beim "Monster Brawl" gegeneinander an. Ein Werwolf, Frankenstein, ein Zombie, eine Hexe, ein Sumpfmonster, ein Zyklop, eine Mumie und ein Vampir treten in einem Death-Match im Wrestling-Ring an, bei dem der Gewinner natürlich der Überlebende ist.
Das hört sich für den Filmfan fein an und wenn man sich ein wenig im Wrestling-Business auskennt, dürfte der Hunger noch weiter ansteigen, denn mit Jimmy Hart (ein Manager mit Mikro) und Kevin Nash (der mir allerdings aus meiner Kindheit als "Diesel" bekannt ist) spielen immerhin zwei (ehemalige) Größen des WWE-Universums mit und das Cover verspricht auch noch den alten Haudegen Lance Henriksen, der in über hundert Filmen (bevorzugt Horror) mitgewirkt hat.
Das Intro ist ernüchternd und jedem dürfte nach den ersten Minuten klar sein, dass hier ein Trash-Film im Player liegt, bei dem man vorher besser noch den Kehlkopf zurückgeschoben und zwei Maß Bier auf Ex weggekippt hätte. Naja, im Laufe der Jahre hab ich es auch gelernt, Trash ohne irgendeine Dröhnung im Knausen zu überleben.
Auch die dreiste Cover-Lüge konnte ich noch locker wegstecken - Lance Henriksen kommt gar nicht vor, leiht zumindest im Original seine Stimme als "Voice of God". In der deutschen Fassung stammelt währendessen irgendein Synchronsprecher Einsilber wie "Fantastisch!" oder "Grandios!" nach gelungenen Aktionen der Wrestler.
Was jedoch danach über den Bildschirm flimmerte, konnte ich nur ganz schwer ertragen:
Der Ring wurde auf einem Friedhof plaziert, die einzigen Zuschauer sind Grabsteine. Zwei Kommentatoren mit Anzug in einer aufgebauten Sprecher-Kabine und einen am Ring stehenden Jimmy Hart (mit zwei Hupfdohlen die scheinbar frisch vom Pornodreh in dieses Set gestolpert sind) sabbeln einen Kalauer nach dem anderen heraus und nerven permanent bis zum Abspann. Ob das jetzt die Vorstellung der Kämpfer/-innen ist, die achso "coolen" Moves oder das "grandiose" Ende eines Kampfes. Die Ohren bluten bei jedem Spruch.
Die Schmerzgrenze ist erreicht, ein Fieberzäpfchen hab ich mir vorsichtshalberweise schon hinten rein geschoben und nun können den Film nur noch die Matches selber retten. Und die stellen sich als absolute Katastrophe heraus. Auch wenn hier und da mal richtige Moves aus dem Wrestling gezeigt werden sind die Kämpfe so dermaßen doof, unästhetisch und langweilig ausgefallen, dass ich mich ernsthaft frage, ob ich nicht doch noch abschalten soll. Schließlich muss ich nicht zu jedem Mist eine Kritik schreiben. Aber was soll´s. Das Zäpfchen im Po zeigt Wirkung und ich folge apathisch Kampf für Kampf. Das wenig Gespläddere hält mich vor dem Einschlafen wach, bis der erlösende Endkampf kommt und ich endlich in den Garten Holz hacken gehen konnte.
Ich brauche ja nicht zu erwähnen, dass der einzig echte Wrestler (Kevin Nash) tatsächlich nur einen Manager gespielt hat und nicht aktiv im Ring gestanden hat? Ist ja auch egal. Das hätte diesen Schund auch nicht besser gemacht.
Leute, die auf Trash oder Wrestling (oder am besten noch beides) stehen, können mal einen Blick riskieren, aber sagt bloß nachher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Für mich war "Monster Brawl" im April 2012 eindeutig der Tiefpunkt. Und da war ´ne Menge Gülle dabei.
1/10