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Die Filmgeschichte hat es bereits häufiger erlebt, dass Legenden aus dem Horrorgenre in einem Crossover gegeneinander antraten, wie „Dracula jagt Frankenstein“, „Freddy vs. Jason“ oder auch „Alien vs. Predator“. Dass jedoch gleich acht Ikonen im direkten Fight aufeinander treffen, kennt man vom Prinzip her allenfalls von „Celebrity Death Match“, denn hier kommen Fans schlichten Wrestlings genauso auf ihre Kosten wie Freunde sinnfreier Horrorkomödien mit derben Trash-Einschlag.

Von einer Handlung kann wahrlich nicht die Rede sein, noch nicht einmal von einer Rahmenhandlung, denn im Fokus stehen die Kämpfe, ihre Anmoderation und eine jeweilige kleine Anekdote über den Hintergrund der Kombattanten. So treten die Mumie, Lady Vampire, Zombie-Man, Frankenstein, der Zyklop, Witch Bitch, Swamp Gut und Werwolf im K.O. -System gegeneinander an, bis letztlich der Meister im Schwergewicht im Finalkampf ermittelt wird…

Monster polieren sich im Ring auf einem abgelegenen Friedhof die Fresse, bis einer von beiden endgültig das Zeitliche segnet - wer auf diese Idee kam, muss theoretisch schon mehr Alkohol als Blut im Körper gehabt haben, doch über weite Teile funktioniert das schlichte Konzept erstaunlich gut.
Vor allem die in sich stimmigen Hintergrundgeschichten lassen phasenweise Atmosphäre aufkommen, etwa, als ein Agent in Transsilvanien nach dem letzten Blutsauger Ausschau hält oder ein junger Typ seine Familie durch einen Werwolf verliert und selbst zu einem mutiert.
Witzig wird es hingegen bei der Präsentation des Sumpfungeheuers, was in Form einer Tierdokumentation jede Menge ironischer Kommentare mit sich bringt, aber auch die Randfiguren der grotesken Veranstaltung sorgen für überspitzte Klischees, Situationskomik und bizarre Auftritte.

Die Fights und deren Präsentation erinnern frappierend an ein Beat ém Up für die Konsole, denn zwischendurch wirft ein Off-Sprecher mit dämonischer Stimme ein paar zustimmende Worte bei besonders spektakulären Moves in den Raum, während die Kämpfe selbst auf Basis üblichen Wrestlings ablaufen, wobei der Einsatz übersinnlicher Elemente, wie das glühende Zyklopenauge oder der grelle Gifthauch der Mumie durchaus für Abwechslung sorgen.
Zwar finden sich keine bemerkenswert akrobatischen Einlagen, doch demgegenüber gibt es ein paar Splatterszenen mit Kehlenschnitt, abgetrenntem Kopf, einem zertrampelten Schädel und angedeuteten Fressszenen.

Darstellerisch schießen natürlich sämtliche Teilnehmer weit übers Ziel hinaus, denn hier ist Overacting par excellence an der Tagesordnung, was sich primär bei den beiden Moderatoren bemerkbar macht, jedoch auch beim Ringsprecher und einigen Monstern, welche aufgrund der Maske überhaupt so etwas wie Mimik zur Verfügung haben.
Das Make-up geht indes völlig in Ordnung, denn immerhin sind die Kreaturen so markant gestaltet worden, um auf den ersten Blick identifizierbar zu erscheinen.
Die Kamera hält halt drauf, bemüht sich jedoch nicht um spannungsfördernde Blickwinkel und auch der Score hätte etwas abwechslungsreicher und treibender ausfallen dürfen.

Würde man diesen Trash für einen Moment hinterfragen, stünden natürlich einige Fragen im Raum: Wie kommen die Bestien zum Veranstaltungsort, mit dem Flugzeug, zu Fuß? Wer hat sie für ein tödliches Duell überreden können und welchen Grund sollte es für die Teilnehmer geben, sich unter Beweis stellen zu wollen?
Aber solche Nebensächlichkeiten gehen rasch im (auf Dauer und gegen Ende hin etwas ermüdenden) Fight der Kreaturen unter, denn der hirnlose Spaß an grenzdebilen Raufereien steht hier einzig und allein im Vordergrund.
Und der, das sei ausdrücklich unterstrichen, dürfte wahrlich nur etwas für Freunde völlig blödsinniger Horrorkomödien taugen, denn selbst ein eindeutiger Sympathieträger ist bei den klischeebedingt flachen Erscheinungen bis zum Gag nach den Credits nicht auszumachen.
Von daher: Ding Dong, die Hex ist tot.
6,5 von 10

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