Wer sich noch an „Fear - Wenn Liebe Angst macht“ mit Reese Witherspoon und Mark Wahlberg erinnern kann, weiß bei vorliegendem Streifen genau auf was er sich da einlässt, denn es geht mal wieder um die blinde Liebe einer jungen Frau zu einem Kerl mit zweitem Gesicht.
Aber auch ohne Vorkenntnisse des erwähnten Streifens ist der Plot nach spätestens zwanzig Minuten komplett durchschaubar.
Schülerin Brooke (Bonnie Dennison) ist mit ihrer Lebenssituation alles andere als glücklich, denn just ist sie mit Dad, ihrer verhassten Stiefmutter und deren Sohn in eine ländliche Gegend umgezogen.
Als sie zur Ablenkung mit ihrer Freundin um die Häuser zieht, lernt sie den sympathischen Denny (Michael Welch) kennen, der auch bei Brookes Familie einen positiven Eindruck hinterlässt. Noch ahnt niemand, welche Aggressionen in dem jungen Mann schlummern…
…was sich bereits mit den ersten Szenen der Erzählung offenbart, als Denny direkt nach dem Sex eine Frau schlägt und sie anschließend mit einem Kissen erstickt. Von da an ist eigentlich schon klar wie der Hase läuft, als die rebellische Brooke auf Denny trifft, der sich sogleich an sie heran macht.
Das schludrige Drehbuch hält es diesbezüglich nicht für notwendig, die Liaison glaubhaft in Szene zu setzen, denn bereits nach wenigen Sätzen kommt es zur körperlichen Annäherung, während beim zweiten Date bereits munter undurchsichtige Drogen konsumiert werden.
Ohnehin steckt die Geschichte voller Lücken, Unwahrscheinlichkeiten und selten dämlichen Verhaltensweisen. Ein psychologisches Profil von Denny ist im Grunde nicht vorhanden, man muss die Unberechenbarkeit des Kerls schlicht so hinnehmen, ohne auch nur den Hauch einer Vorgeschichte zu kennen. Auch Brooke handelt in einigen Situationen reichlich naiv und kann sich somit nur schwerlich als Sympathieträgerin etablieren, denn spätestens nach einer schallenden Ohrfeige sollten die Alarmglocken läuten.
Aber auch die Eltern, die irgendwann Nachforschungen anstellen, agieren im späteren Verlauf äußerst unbedacht und sorgen damit zur Eskalation beim Abendessen, welches im letzten Drittel gar zu einem Raubüberfall mutiert.
Jenes rettet die Chose aufgrund des hohen Tempos und einiger spannender Szenen noch ein wenig, obgleich die Sache mit den Logiklücken weiter fortgeführt wird.
Es mischen einige Randfiguren mehr mit, der obligatorische Auftritt eines Cops darf natürlich nicht fehlen und es sind sogar ein paar angedeutete Gewaltszenen enthalten, welche bis dato überwiegend der Schere zum Opfer fielen.
Die Darsteller verkaufen sich weitestgehend passabel, wobei Michael Welch mit seiner impulsiven Verkörperung als psychopathisch veranlagter Vergewaltiger und Schläger durchaus seine Momente hat, wogegen sein Pendant Bonnie Dennison nur wenig ausrichten kann, was auch auf die Naivität ihrer undankbaren Rolle zurückzuführen ist.
Vielleicht hat sich Autor und Regisseur Jared Cohn bei seinem Debüt nicht allzu viele Gedanken gemacht, denn dann hätte er zumindest die zahlreichen Handlungsdefizite etwas genauer unter die Lupe genommen und auf die klischeebeladenen Verlaufsmuster verzichtet, welche den kompletten Streifen durchziehen.
Innovation und Originalität sehen demnach anders aus und auch wenn das Finale ein paar ordentlich getimte Szenen einbinden kann, kommt der Gesamteindruck nicht über das unbefriedigende Gefühl hinaus, das alles schon mehrfach und deutlich unterhaltsamer gesehen zu haben.
Knapp
4 von 10