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"The Saint" ist ein Mann ohne Namen. Aufgewachsen in einem Waisenheim wird er streng kirchlich erzogen, nicht immer völlig gewaltfrei - dies läßt ihn ungeahnte Fähigkeiten entdecken, die er fortan zum höherwertigen Gelderwerb nutzt. Als Meisterdetektiv nimmt er schier unlösbare Aufgaben an, die er sich bei Erfolg auch erfolgreich honorieren läßt. Doch bis zu seiner Pension (50 Mio. Dollar) fehlt ihm noch eine Kleinigkeit und so muß er einen letzten Auftrag annehmen.

Dieser hat es in sich und ist Hauptgegenstand der Serienverfilmung. Grob erklärt geht es um die Rettung der Welt durch die Neuerfindung der Energieversorgung, was zunächst die Heizprobleme Russlands, später der ganzen Menschheit lösen soll. Verständlich, daß sowohl die russische Mafia wie auch Regierungsorganisationen Interesse bekunden. Das Interesse des "Saint" gilt allerdings ausschließlich Emma Russell, die Erfinderin der Zauberformel - hinter ihr ist die ganze Welt her, eben auch der Saint, doch dieser zunehmend weniger aus geschäftlichem denn mehr aus privatem Interesse.

Simon Templar, wie sich "The Saint" zivil zu nennen pflegt, kehrt ab von rein finanziellen Interessen und verschreibt sich zusammen mit Emma höherwertigen Zielen. Etwas banal, einfach gestrickt und klischeebehaftet erfahren wir die Umsetzung der erfolgreichen britischen Serie, die aber an vielen Stellen doch Spannung und Unterhaltung zu bieten hat. Ein oftmals komisch wirkender Val Kilmer scheint nicht zur Höchstform aufzulaufen, wirkt aber trotzdem humorvoll, aber meist fast zu "nett" um wirklich ernst genommen zu werden. Elisabeth Shue gewinnt Sympathien nicht nur durch blendendes Aussehen sondern auch durch die verspielt wirkende Darstellung der naiven Wissenschaftlerin - vielleicht etwas zu jung und gutaussehend um glaubhaft rüberzukommen, aber sehen wir es Regisseur Noyce nach, schließlich gibt es wichtigeres zu kritisieren.

Der Handlungsablauf ist geradlinig, birgt wenig Überraschungen und vermag gleichzeitig kaum zu fesseln. Klar, es ist für Unterhaltung und Action gesorgt, doch Noyce durchläuft verschiedene Genre und kann sich letztlich nicht konzentrieren auf die Kernaussage: was will der Film eigentlich? Will er die Serie aufleben lassen, die russischen Klischee-Reform-Verfilmungen um eine weitere ergänzen, einen Meisterdetektiv parodieren, eine Liebesgeschichte inszenieren? Vermutlich einfach nur unterhalten - und mit diesem Anspruch sollte sich der Zuschauer auch genügsam zeigen.

Tut man dies wird man nicht enttäuscht, schließlich bleibt der Film ganz nett, unterhaltsam, teilweise lustig und spannend - Kopfkino ist etwas anderes, seichte Unterhaltung muß manchmal einfach auch sein. "The Saint" gehört zu letzterem und dankt unserem Wunsch nach gepflegter Hirnabschaltung zum Feierabend ohne gänzlich niveaulose B-Movie-Kategorie zu erreichen.

(6/10)

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