Mit einer spritzigen Mixtur aus Horror und Gewalt lässt sich allen Anschein nach bei vergleichsweise geringem Mittelaufwand eine nicht zu unterschätzende Zielgruppe erreichen - die “Saw”- sowie “Final Destination”-Teile stellen dafür Paradebeispiele dar. Auch wenn beide Marken eher unterschiedliche Richtungen einschlugen (erstere entwickelte sich zum Torture-Porn, zweitere etablierte sich als schwarz-humorige Nummernrevue einfallsreicher Todesarten), haben beide Reihen doch eklatante Gemeinsamkeiten: Nach einem gelungenen Erstling folgten eine Vielzahl größtenteils uninspirierter Fortsetzungen, bei denen der Grusel-Anteil zugunsten der eigenen Trademarks aufs Nötigste runtergeschraubt wurde. “Final Destination 5” schickt sich nun an, der schwarze Horror-Spaß des Jahres zu werden - und muss dabei gegen solch starke Konkurrenz wie “Scream 4” ins Feld ziehen. Kann dieser Kampf gewonnen werden? Nein, leider nicht.
Die Freunde Sam (Nicholas D’Agosto) und Peter (Miles Fisher) arbeiten zusammen mit ihren Freundinnen in der selben Firma. Diese setzt einen Unternehmensausflug an, welcher per Bus bestritten werden soll. Als die Fahrt über eine riesige Brücke führt, hat Sam eine Vision davon, wie eben jene einstürzt und beinahe jeden in den Tod reißt. Mit diesem Wissen gesegnet, kann er seine Kollegen vor dem Desaster warnen und somit zumindest ein paar seiner Mitarbeiter retten. Der Tod lässt sich jedoch nicht gern betrügen und fordert den ihm zustehenden Blutzoll - keiner der Überlebenden darf sich fortan in Sicherheit wiegen…
Eine genauere Inhaltsangabe ist bei Kenntnis der Vorgänger eigentlich unnötig: Bei der “Final Destination”-Saga gilt mehr denn je “wer einen kennt, kennt alle” - Überlebende einer Katastrophe werden schlussendlich durch verzwickte Unfälle doch vom Tod heimgesucht. Die Grundformel bleibt unverändert, der bewährte 10-kleine-Negerlein-Ablauf bietet keinerlei innovative Ideen. Auch das Konzept, das Regelwerk des Todes leicht zu erweitern, bleibt ohne nennenswerten Mehrwert und verpufft leider relativ ungenutzt. Lediglich ein überraschender Schlussgag durchbricht die sonst herrschende Vorhersehbarkeit und spannt zudem einen schönen Rahmen, der die Filmreihe nun zu Ende führen sollte - was wohl leider nicht der Fall sein wird…
Doch auch wenn das Ankreiden solch inhaltlicher Schwächen seine Berechtigung hat, stellen diese Kritikpunkte im Endeffekt kein allzu großes Ärgernis dar: Statt einer mitreißenden Geschichte standen seit jeher die ausgeklügelten Todesarten im Fokus des makaberen Spaßes. Bei Teil 5 präsentieren sich eben jene Unfälle anfangs äußerst unterhaltsam: Die Katastrophe zu Beginn weiß ebenso wie die ersten tödlichen Kettenreaktionen (allen voran die toll inszenierte Turnhallen-Szene) auf morbide Art zu gefallen. Mit fortlaufender Dauer verlieren die Zwischenfälle jedoch zunehmend an Raffinesse und gestalten sich eher uninspiriert. Die gute Laune wird durch den hohen Gore-Faktor dennoch auf vernünftigem Niveau gehalten: Ebenso wie die Vorgänger schreckt auch das aktuelle Werk nicht vor äußerst expliziter Gewaltdarstellung zurück, welche im selben Maße überzogen wie auch schwarz-humorig daherkommt. Die FX-Abteilung hat nicht nur hierbei ganze Arbeit geleistet: Auch der 3D-Effekt kann aufgrund seiner plastischen Darstellung überzeugen und bereichert den Film deutlich.
Leider interessiert beim effektvollen Ableben der Protagonisten lediglich das “wie”, weniger jedoch das “wer” - die Charaktere sind in hohem Maße austauschbar und entwickeln kein besonderes Profil. Ihr Schicksal ist dem Zuschauer somit relativ egal, emotionale Anteilnahme eher unwahrscheinlich. Dies ist gleichwohl dem oberflächlichem Drehbuch wie auch der Riege unbekannter Jungdarsteller geschuldet, welche keine persönlichen Akzente setzen können. Die Leistung des Casts pendelt sich in etwa auf Niveau des direkten Vorgängers, des 4. Teils, ein - die beliebige Vorstellung kommt somit keinesfalls an die Leistung der Beteiligten aus Teil 1 und 2 heran, nervt zumindest aber auch nicht so sehr wie die Teenager-Bande aus Teil 3.
Fazit: Auch wenn die Klasse der starken ersten beiden Teile nicht erreicht werden kann, ist zumindest ein kleiner Qualitätsanstieg im Vergleich zu den direkten Vorgängern festzustellen: “Final Destination 5” bietet teils wunderbar makabere Todesarten und einen ansehnlichen Gore-Gehalt, der durch überzogen-lustige Effekte illustriert wird. Der schwarz-humorige Spaß verläuft sich zum Schluss hin jedoch in Belanglosigkeit, was durch die innovationslose Geschichte sowie die austauschbaren Darsteller noch verstärkt wird. Nicht zuletzt durch den 3D-Effekt dennoch ein annehmbar kurzweiliger Film, der die Reihe ebenso wie seine Charaktere nun hoffentlich endgültig zu Grabe trägt.
5/10