Es scheint, als würden derzeit alle Teen-Horror-Filme, die irgendwie mit Vampiren oder Werwölfen zu tun haben, komplett auf die „Twilight“-Fangemeinde zugeschnitten.
Insofern bietet „Blue Moon“ auch mehr eine High School Romanze als bissigen Horror, denn mit Joe Dantes „Howling“ von 1981 hat dieser Streifen nichts mehr gemein.
Will steht kurz vor dem Schulabschluss und bandelt mit Eliana an, was ihrem aktuellen Freund gar nicht zusagt. Nach dem Besuch in einem Club scheint Will jedoch verändert und kurz darauf erlangt er übermenschliche Kräfte und ist unverwundbar. Doch das Leittier und seine Gefolgschaft wollen unbedingt verhindern, dass Will und Eliana lebend aus dem Schulgebäude kommen…
Mittlerweile werden Darsteller für derartige Filme schon so gecastet, dass der Held mindestens bleich und androgyn aussehen muss, während sein weibliches Pendant zumindest dunkelhaarig ist und eventuell Ähnlichkeiten zu Kristen Stewart aufweist.
Unser Will sieht mit Brille zwar eher wie ein Harry-Potter-Klon aus, aber der Rest kommt hin.
Die Liebelei entfaltet sich entsprechend klischeebeladen, wie vom Reißbrett für Teeny-Romanzen: Wills bester Kumpel ist ein Nerd, der zufällig einiges über Werwölfe weiß, Elianas Freund ist natürlich hochgradig eifersüchtig und rückt sogleich mit den Fäusten an, während Wills Mutter, welche angeblich bei seiner Geburt starb, noch eine gewichtige Rolle spielen wird, was mit der Übergabe des silbernen Eheringes durch den Vater bereits erahnbar wird.
Dabei täuschen Wills philosophisch angehauchte Kommentare im Off nicht über die Ereignislosigkeit und die Spannungsarmut der Geschichte hinweg, denn bis zum letzen Drittel sind überhaupt keine Werwölfe zu sehen.
Diese sehen letztlich jedoch okay aus, vielleicht ein wenig zu plüschig, aber mit ordentlichem Gebiss ausgestattet. Leider kommen bei ihren Attacken keinerlei nennenswerte Gewaltszenen herum, am Rande gibt es ein paar Striemen auf dem Rücken und einen spitzen Gegenstand in den Körper, aber nichts, was über eine FSK 12 hinausginge.
So gibt es einen Besuch im Club, die Enthüllung von Wills Zeichenmappe, einige Sidekicks auf trendige Horrorfilme und einen Sturz aus dem Fenster.
Zum Finale kommt immerhin ein wenig Action ins Spiel, nur sorgen die zu schwache Ausleuchtung und der etwas zu hektische Schnitt für wenig Übersicht im fast menschenleeren Schulkomplex, denn unterdes werden draußen im Regen die Abgänger gefeiert.
Am Ende bietet dieser inoffizielle achte Teil der „Howling“ Reihe zu wenig Horror, vor allem ist er zu seicht ausgefallen, um eingefleischte Genrefans auch nur ansatzweise zu packen.
Darstellerisch ist das passabel, handwerklich auch, doch als Freund blutiger Werwolffilme möchte man eben nicht noch einen müden Twiligt-Abklatsch vorgesetzt bekommen.
Dank der Temposteigerung zum Finale und den kleinen makaberen Einschüben beim Abspann noch
4 von 10