Review

„Batman: Year One“ basiert auf der gleichnamigen Vorlage von Frank Miller und David Mazzucchelli, einer Comicerzählung rund um den nach Gotham zurückgekehrten Bruce Wayne und den nach dort versetzten Cop James Gordon. Beide Männer haben keine allzu positive Sicht auf diese Stadt und suchen diese zu verändern – mit unterschiedlichen Methoden.

Der Animationsfilm arbeitet die Vorlage dabei recht getreu ab und konzentriert sich auf die beiden genannten Figuren, wobei Gordon letztlich hier der interessantere Charakter ist. Das mag zum einen daran liegen, dass die Geschichte von Bruce Wayne schon oft erzählt wurde, zum anderen man eben mehr über die Hintergründe des desillusionierten Gordon erfährt. Gesprochen von Bryan Cranston kommt dessen Vergangenheit ebenso zum Tragen wie seine Verfehlungen im Jetzt und seine Auseinandersetzung mit der korrupten Polizei von Gotham City sowie dem auftauchenden Vigilanten im schwarzen Kostüm. Dieser wiederum macht hier seine Selbstfindung als von Rache getriebener Nachtschwärmer durch und kreuzt dabei den Weg von Gordon. Aus diversen Verfilmungen kennt man Waynes Geschichte nun recht gut und  fügt hier nicht viel Neues hinzu, sodass eben Gordon den interessanteren Part hat.

Dazu gibt es noch diverse Nebenfiguren wie Selina Kyle oder Carmine Falcone, die sich im Plot tummeln. Kyle und somit Catwoman hätte es nicht gebraucht, Falcone ist eben in die korrupte Obrigkeit verstrickt und auch Harvey Dent bekommt einen Auftritt. Inhaltlich passt das schon, wenn auch eben viel Bekanntes erneut erzählt wird. Doch immerhin verbucht der Film einen ernsten Ton für sich, kommt ohne Humor oder lustige Sidekicks aus und beleuchtet insbesondere Gordons menschliche (und somit fehlbare) Seite.
Visuell nicht überragend aber doch ansprechend bietet die von Sam Liu und Lauren Montgomery inszenierte Umsetzung in erdigen Farben manch ansehnliche Sequenz, reißt aber keine Bäume aus. Gleiches gilt für die Laufzeit, mit was über einer Stunde ist das Werk auffallend kurz geraten. Hält er sich dabei zwar eng an die Vorlage, hätte man gerne noch weitere Sequenzen zum Ausbau der Figuren oder zum Wordbuilding einfließen lassen können. So wirkt es unterm Strich wie eine lange Episode einer TV-Serie.

Das erste Jahr ist ein zwar mit viel bekannter Erzählung um den Dunklen Ritter versehener animierter Beitrag, aber eben auch einer, der die interessantere Geschichte von James Gordon und seinen Kampf innerhalb der Polizei und mit seinen persönlichen Makeln darstellt. Visuell in Ordnung, doch mit einer zu kurzen Laufzeit bedacht ist „Year One“ eine gute Ergänzung in die Reihe der animierten Filme um Batman & Co., wenn es auch nicht jede eingewobene Figur hier gebraucht hätte.

Details
Ähnliche Filme