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So, mal der Reihe nach: Es ist wohl ziemlich weit her geholt die 2011er Version von Conan mit der Ur-Version von John Milius, der unter anderen Die rote Flut drehte, zu vergleichen und welches 1982 mit Arnold Schwarzenegger daher kam. Sicher war dieser Streifen ein Meilenstein und zählt noch heute zu meinen „All-Time-Favorites“, ist aber, nichts desto trotz, nur eine, von der Romanfigur, die Anfang des letzten Jahrhunderts von Robert E. Howard erschaffen wurde, abgeleitete Interpretation. Da der Original-Charakter keinen persönlichen Rachefeldzug braucht um das zu werden was er ist, da er hässlich, roh, gewaltbereit und ungebildet einfach nur das Abenteuer sucht und sich durch die verschiedenen Epochen des hyborischen Zeitalters rockt. Was ihn wohl zu so etwas wie einen Anti-Helden macht. Wenn man sich allerdings Marcus Nispels Neuinterpretation reinzieht und dabei noch seine Vorwerke Pathfinder und das Freitag der 13.-Remake in Erinnerung hat, bekommt man den besagten tritt in die Gesäß-Abteilung. Denn Nispel macht noch mehr verkehrt, als seiner Zeit, Milius tat. Zwar läuft das erste Drittel des Filmes in bester Nispel-Manier ab und reflektiert einen ähnlichen Fun-Wert wie besagter Pathfinder aber spätestens nach dem Wechsel vom Kind Darsteller des Chimeriers zum erwachsenen Conan, tendiert das gesamte Geschehen in Richtung Mainstream-Programm und erinnert mit seinem „Hochglanz-Foto-Modell-ohne-jegliches-Schauspieltalent“ eher an einen Kevin Sorbo in Kull, der übrigens auch eine Howard-Erfindung war, der ganz viele, mehr oder weniger, jugendfreie Fantasy-Abenteuer erlebt, die schon fast an die Dreistigkeit eines Indiana Jones denken lassen. Und so bleibt unterm Strich eine, fast peinliche, Abenteuergeschichte auf Herkules-Xena-Niveau, von der man als „Alter“ Filmfreak getrost behaupten kann, einen wirklich miesen Haufen Schund gesehen zu haben. Und zwar so dermaßen grottig, das mir die fernseh-Fassung mit Ralf Möller, im Gegensatz, noch fast genial erscheint. Und der war schon scheisse!
Schade, den Nispel hätte das Zeug dafür gehabt.

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