Ich gebe allen Kritikern uneingeschränkt Recht, das CONAN (2011 reload) gegen das Original von 1982 relativ blutleer im Vergleich zu den Charakteren, deren Charme und Darstellung im Original mit Meister Arnie ist. Dessen spezielle Physis - und damit sind nicht nur die reinen Muskeln gemeint - und auch gewisse Elemente der Originalgeschichte wurden glaubhafter und authentischer gezeigt und verkörpert. In dieser Hinsicht gebe ich allen CONAN 198x Puristen uneingeschränkt Recht.
ich möchte dem Film dennoch eine Chance geben und ein wenig unabhängig von der guten Vorlage bewerten. Es ist zu einfach alle Remake's immer ausschliesslich in allen Aspekten an den meist sehr guten Originalen zu messen. Die Remakes müssten dann fast immer schlecht bewertet werden. Die Frage ist, ob wir uns bei CONAN im neuen Gewand nachhaltig unterhalten haben und ob der Film sich mit anderen zeitgenössischen Fantasy Streifen messen kann.
Meines Erachtens hat uns Regisseur Marcus Nispel unerwarteterweise mit einem richtig "phetten" Fantasy Schinken verwöhnt. Die Story ist bekannt. Stark vereinfacht dazu folgendes: Der aufwachsende Conan rächt den Tod seines Barbarenvolkes, seiner Mutter und seines Vaters Corin. Der Täter und Möchtegerngott Khalar Zym muss sich fortan vor Conans Rache fürchten...mehr soll nicht verraten werden.
Das ganze beginnt schön episch erzählt und die Bilder im Film sind durchgehend sehr hochwertig und bis ins kleinste Details aufwendig gestaltet, die Effekte und CGI sind gut umgesetzt und es sieht nicht im Geringsten billig aus. Der Conan Hauptdarsteller macht nach einiger Gewöhnungszeit seine Sache gut und wirkt authentisch in diesem Film, ohne jedoch an Arnie's quasi spirituelle Ausstrahlung anknüpfen zu können oder auch wollen.
Gorehounds kommen in den vielen Kampfszenen zu ihrem Recht. Es fliegen Köpfe, Arme und alle möglichen Körperteile nur so durch die Gegend und das (CGI) Blut strömt fontainenartig aus den Gegnern Conans. Sehr abwechslungsreich sind diese Szenen allerdings nicht, manche wirken wie als Computerspiel orchestriert simpel und wiederholend. Ohne hier die Kritik noch weiter mit Einzelheiten aufzublähen sind die Charaktere der engsten Mitkämpfer und Feinde Conans sehr gut gelungen, extrem physisch präsent, creepy und wuchtig gestyled als würden sie alle aus der Top Wrestling League gecastet worden sein.
Für mich ist es kein Barbaren-Trash, wir fühlten uns gut unterhalten und der Streifen sollte nicht zu kopflastig und stets mit Arnie vor Augen analysiert werden. Wer das schafft, wird meines Erachtens mit einer relativ brutalen Testosteron-geschwängerten Fantasy Opera belohnt die kaum Langeweile aufkommen lässt.
7/10 Punkten