Neues Jahr -> neue Remake-Begutachtungen...
Und so begab es sich anno 2010, dass Stimmen laut wurden, man wage sich an eine Neuauflage eines Schwarzenegger-Klassikers. Und auf dem Fuße folgte sofort das Raunen und Trollen der Menge und Hass-Tiraden ob des ewigen "ge-remakes". Das Übliche also.
Allem Unmut zum Trotz machte sich Herr Nispel, seines Zeichens sowohl im Remakebereich (TCM 2003, Friday 13th), als auch in puncto Fantasy (Pathfinder) bereits bewandert, auf, Conan ins neue Jahrtausend zu holen und dem jüngeren Publikum näherzubringen.
Als die ersten Setbilder auftauchten, wurde der namensgebende Hauptdarsteller bereits verflucht, bevor er in bewegten Bildern überhaupt erst in Aktion treten konnte. Auch der Regisseur wurde erneut der Unfähigkeit, Filme zu machen, bezichtigt. Das übliche Gebashe eben, wie es im Zeitalter des Internets leider üblich geworden ist.
Soweit die Vorgeschichte. Allen Trends zum Trotz belas ich mich im Vorfeld nicht weiter über den Film, schaute keinen Trailer und umging auch die 3D-Falle. Das Original kannte und mochte ich, seine Fortsetzung (Der Zerstörer) und miese Serienversuche mit Ralf Möller trafen allerdings nie meinen Nerv.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Blutig, brutal und schick fotografiert startet der Film und beleuchtet Conans Geburt und Kindheit, zeigt seine charakterlichen Züge auf und geht auch auf seine Vaterliebe (Ron Perlman treffend besetzt) ein. Klarer Pluspunkt im Gegensatz zum Original.
Als Conan herangewachsen ist, sieht man auch, dass in der heutigen Zeit ein gut choreographierter Kampf einfach besser ankommt, als bloße muskulöse Omnipräsenz, wie es in den 80ern eben noch üblich war.
An anderer Stelle las ich, dass er eine sehr eintönige Mimik habe. Dazu nur kurz: er ist ein Barbar, kein Theaterdarsteller! Und eben diese passende Mimik brachte Jason Momoa ja auch eine der Hauptrollen bei Game of Thrones als Anführer des barbarischen Reitervolkes. Ebenso wurde behauptet, die Kulissen seien billig. Sowohl die entfernten monumentalen CGI-Hintergründe, als auch die Sets im Vordergrund wirken niemals billig. Auch das Piratenschiff kommt gut rüber. (Eventuell lag dieses negative Empfinden an der billigen 3D-Konvertierung?)
Auch wird ständig von CGI-Blut gesprochen. Meine Damen und Herren: das sind nahezu immer Bloodpacks. CGI-Blut sieht deutlich unechter aus.
Langweilig wird der Film von Nispel jedenfalls nie, eine deutliche Steigerung im Vergleich zu Pathfinder ist auch bemerkbar. Score passt, Cast passt, Gewaltlevel passt, Optik passt.
Unterm Strich der bisher beste Nispel. Gerne mehr. 8/10