Review

  Der junge Conan muss miterleben, wie sein Vater ermordet und sein Heimatdorf nieder gebrannt wird. Getrieben von Rache jagt er den Mörder seines Vaters Khalar Zym, welcher seinerseits auf der Suche nach der reinblütigen Tamara ist, um mit ihrem Blut ein Ritual durchzuführen, welches seine Frau aus dem Reich des Todes zurückholt und ihn zum mächtigsten Herrscher der Welt zu machen.


Bevor ich etwas zu dem Film sage, möchte ich darauf hinweisen, dass ich die alten Filme mit Arnie nie wirklich bewusst gesehen habe, und von daher unvoreingenommen diesen Film gesehen hatte und keine Möglichkeiten des Vergleichs habe.


Conan ist weniger ein Fantasy-, als vielmehr ein Actionfilm. Sie Kampfszenen stehen klar im Vordergrund. Die Story, die mir schon am Anfang etwas seltsam vorkam, dient eigentlich nur dazu, die Vielzahl an Actionszenen mehr oder minder glaubwürdig miteinander zu verknüpfen. Gerade in den ersten 45 Minuten des Films sind eine Ansammlung von blutigen Schlachtszenen, die nur dadurch unterbrochen werden, dass sich die Location, in der die Schlacht stattfindet, verändern.


Wie eben bereits erwähnt, sind die Schlachtszenen sehr blutig und die FSK 18 Kennung macht durchaus Sinn. Schon bei der Geburt des Helden (natürlich während der Schlacht) sieht man gleich, wie hoch das Gewalt- und Blutlevel in diesem Film angesetzt wird. So sieht man eimerweise Blut spritzen und auch allerhand abgetrennte Körperteile.


Aber in diesem Gemetzel und dieser Ansammlung von Schwertkämpfen fehlt dem Film doch etwas sehr Entscheidendes: eine Seele! Man sieht Conan in den verschiedenen Kämpfen zu und hat das Gefühl, man verfolgt die verschiedenen Level eines Videospiels, bei denen der Held immer mehr und härtere Gegnerhorden töten muss, bis er endlich zum Endboss kommt und gegen ihn antreten kann. Irgendwann war ich schon ein wenig genervt von den ewig gleichen Kampfszenen und stand schon kurz davor auszumachen. Dazu kommen noch einige Logiklöcher.


Was die „Seelenlosigkeit“ des Films noch verstärkt ist die Darstellerriege, die durch die Bank entweder fehl besetzt war oder hinter ihren Möglichkeiten zurückblieb. Jason Mamoa spielt den von Hass zerfressenen Conan mit einem einzigen, aggressiven, Gesichtsausdruck. Ron Perlman, der nur einer Nebenrolle zu sehen ist, hat schon deutlich bessere schauspielerische Leistungen abgeliefert und Rose McGowan hat mir auch nicht gefallen. Einzig Stephen Lang schafft es ein bisschen Charisma in diesen Film zu bringen. Aber im Vergleich zu dem, was er in Avatar abgeliefert hat, bleibt er doch sehr blass.


Doch ungefähr im Mittelteil des Films, nachdem ich schon überlegt habe, abzuschalten, wurde der Film meiner Meinung nach besser. Es war nicht mehr Conan und sein Schwert gegen den Rest der Welt, sondern durch Tamara kommt eine zweite Hauptfigur hinzu. Das tut dem Film sehr gut. Gleichzeitig werden die Fantasy-Elemente größer, die bisher nur durch Marique verkörpert wurde, und eher nebensächlich war. Das hat mir schon besser gefallen und machte auch neugierig auf das Ende.


Aber insgesamt ein sehr seelenloser Film, der Actionszenen zeigen will, und Story nur als Mittel zur Verknüpfung dieser Actionszenen nutzt. Darsteller, die weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben oder aber gar keine Möglichkeiten haben. Die erste Hälfte des Films hätte problemlos von Uwe Boll inszeniert sein können. Die zweite Hälfte wird dann besser, da mehr Fantasyelemente (z.B. Sandkrieger) und Stephen Lang die Figur des Khalar Zym doch noch zu einen halbwegs passablen Bösewicht macht.


Mehr als 3/10 kann ich diesem Film nicht geben.

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