Review

Prince of Persia + Dungeons & Dragons 


Als ich ungefähr 12 war, habe ich alle Conan Romane verschlungen, die mir in die Finger kamen. Ich hab auch viel andere Fantasy Literatur gelesen, aber die Abenteuer von Conan hatten etwas ganz eigenes. Ein paar Jahre später schaute ich mir Conan - der Barbar mit Arnold Schwarzenegger an und mochte die Interpretation. Waren die Effekte etwas trashig geraten, so überzeugte die Stimmung, die Musik und selbst das ungelenke Spiel von Schwarzenegger. Irgendwie war das ganze grob und rau geraten, sicher keine perfekte Umsetzung, und doch als Verfilmung würdig.

Selbst an Conan dem Zerstörer und Red Sonja hatte ich meine Freude, trashige Fantasy Plörre, aber irgendwie unterhaltsam.
Den Ausflug von Ralf Möller ins Conan Universum aus Gnade übergehend, war ich natürlich auf Marcus Nispels Conan gespannt, wobei ich zugeben muss, dass ich bisher keinen einzigen seiner saftlosen, blassen Filme erträglich fand, wenn sie auch noch so hart daherkommen sollten, waren sie doch immer fad, MTV-glatt, ohne Inovation und auf seltsame Weise dramaturgisches Plattenbaugebiet.

Sowohl das TCM Remake, als auch die Friday Verwurstung ließen für mich die Zeichen für Conan nicht besonders gut stehen. So hörte ich mich erstmal um, umschlich den Film im Kino und mied ihn dann in der Videothek.

Im Nachhinein möchte ich mich bei allen Leuten entschuldigen, denen ich geraten habe, den Film zu schauen, weil ich gutes von anderen darüber gehört hatte: Ich hätte diesen Menschen nicht trauen dürfen. Heute weiß ich dies. ;  )

Machen wir es kurz:
Jason Momoa kennen die Masochisten aus Baywatch Hawaii.
Dass er ein sexy Baywatch Non-Actor ist, ist mindestens genauso auffällig, wie sein Bestreben (oder auch Nispels), aus Conan einen hippen, sexy, coolen Clown zu machen. Schauspielerisch scheinen sich sowohl Filmschaffende als auch Publikum in letzter Zeit einig geworden zu sein, dass man als Hawaii Model of the Year alles Zeug zum tragenden Darsteller hat. Das würde jedenfalls Totalausfälle wie Twilight oder die Tribute von Panem und deren Erfolg erklären. Und leider auch Conan.

Vielleicht bin ich einfach in die Jahre gekommen und die Komplexität der Plots von diesen Filmen wächst mir einfach über den Kopf, aber mehr als kopfschüttelnd über soviel Ideenlosigkeit zu staunen, fällt mir gerade nicht ein.

Die Austauschbarkeit der Charaktere, der Sets (sind sie auch noch so liebevoll CGIisiert), der Dramaturgie, der Musik, der Dialoge, der Actionszenen und der obligatorischen Liebesgeschichte ist so frappierend, dass ich Marcus Nispel gerne zu den ödesten Regisseuren unserer Zeit zählen möchte.
Der Film könnte bei H&M oder Burgerking mit irgendeiner Emoband-Musiksülze laufen und keiner würde bemerken, dass die FSK ihm ein 18er Siegel draufgebrannt hat. Wegen Pixelblut.
Ansonsten kann man sicher kochen, sich unterhalten, stricken oder Playstation spielen, während der Film läuft, ohne bei Handlung und Charakterentwicklung durcheinander zu kommen.
Klar hab ich mir kein Woody Allen Drama bei Conan gewünscht, aber die SlowMo-Actionszenen mit Computerblut sind auch so abgenudelt, prüde und glatt, dass für mich nichts erträgliches mehr übrig bleibt.

Conan-der Barbar ist jetzt dank Marcus Nispel genau so eine langweilige Zeitgeistgestalt wie Leatherface oder Jason geworden.
Ich warte auf Nispels Reboot von "Blue Velvet" oder "Naked Lunch"
Langsam kann ich mir vorstellen, dass man selbst diese Filme problemlos als Teeny-Mainstream-Müll durch den Wolf drehen kann. Oder wie wäre es mit "Mann beisst Hund" mit dem Cast von Highschool Musical...?

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