Barbarischer Schnitt, blasses Drehbuch, zu mickriger Trizeps, zu gepflegte Barbarenzähne, aber streckenweise unterhaltsam.
Dieses blutrünstige Conan-Remake ist nicht annähernd so missraten, wie auf den führenden deutschen Filmkritik-Seiten behauptet, wo der Eindruck erweckt wird, als sei dieses Filmchen der Untergang der abendländischen Kinokultur.
Aber letztlich bleibt dieses Remake doch in vielem enttäuschend, selbst wenn man sich ausmalen konnte, dass ein neuer Conan nicht am Thron des alten, mächtigen Schwarzenegger-Conan rütteln kann. Eine im Prinzip ganz ordentliche Barbarenfilm-Schlachteplatte, High Budget-Trash mit größeren Produktionswerten, ordentlich Nasenabspalten und durchaus Willen zur Extravaganz, der aber leider in Sachen Drehbuch und Schnitt zuweilen auch sehr barbarisch geraten ist.
Jason Momoa mangelt es zudem etwas an Charisma, allein Schwarzeneggers Auftritt als Brunnenrad-Sklave hatte mehr Power, als dieser glutäugige Momoa in jedem seiner zahlreichen Kämpfe. Zudem sind seine Oberarme zu mickrig für die Rolle, da reichen zwei Monate halb geschummelte Bizepscurls nicht.
Damals reichte ein Blick auf Arnies Oberschenkelmuskulatur und stoische Fresse und man wusste, hier haben sie einen Besetzungscoup gelandet.
Nebenher: Diese Barbaren haben teilweise so blütenweiße, akkurat gerade und künstlich wirkende Zähne, wie ein bestens krankenversicherter Rentner mit Ruhesitz in Los Angeles.
Eigner ebensolcher Zähne ist z.B. der stets interessant gehässig auftretende Khalar Zym, gegeben von Stephen Lang (der im Übrigen das Training ernster genommen hat, als der Hauptprotagonist).
Und bei seiner magisch befähigten und irgendwie extraordinär pervers wirkenden Filmtochter, der BDSM-Variante von Bellatrix Lestrange, kann man gar nicht weggucken, so bizarr erscheint sie.
Zumindest die ganz offiziell Bösen reißen es also ein wenig raus, bei diesem Conan-Remake der vielen nicht genutzten Möglichkeiten.