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Drei finstere Schergen, das heißt eigentlich sind es zwei richtige fiese Typen... Nummer Drei hat anders die anderen beiden noch so etwas wie ein Gewissen, sind auf der Flucht nachdem sie einem Kerl mit dem sie noch eine Rechnung offen hatten, in der Wohnung auflauerten und ihn aufmischten. Dabei kam nicht nur der Typ zu Tode (die Burschen haben wohl schon als Kinder nicht gewußt, wann genug ist) sondern auch dessen Freund. Und auf ihrem Weg landen die Drei nach einem kleinen Zwischenstop in einem Supermarkt bei Lisa und ihrem gelähmten Großvater. Diese wird natürlich sofort von unseren ekeligen Obermackern mächtig dumm von der Seite angemacht und eines Nachts von einem der beiden vergewaltigt. Doch nun schlägt das Mädchen zurück und rächt sich an dem Trio.

CALIFORNIA AXE MASSACRE ist fürwahr ein Kandidat für den schlechtesten Film aller Zeiten. Hier wird alles falsch gemacht, was nur falsch gemacht werden kann. Und das in einer Rekordzeit von 64 Minuten, denn mehr Material hat der Regisseur nicht zusammenbekommen und länger würde man den Streifen auch keineswegs aushalten. Wobei man hier allerdings gleich gestehen muss, das die Trashqualitäten von diesem Werk so reichlich vorhanden sind, das DIE AXT mit gutem Recht in die Kategorie "So blöd, das es wieder Spaß macht" gesteckt werden kann. Egal ob die obercoolen, aber einfach nur lächerlichen Gangster, welche ganz fiese Wilhelm Tell-Spiele draufhaben (siehe Supermarkt-Szene), der Schauspieler des Großvaters, welcher den Zustand gelähmt mit beinahe am abkratzen verwechselt (da stellt man sich wirklich öfters im Film die Frage, ob der Großvater nicht schon längst den Löffel abgegeben hat), ein unglaublich schlechter Schnitt, ein Soundtrack bei dem selbst taube Hunde zu Jaulen anfangen - nichts funktioniert. Das einem dabei immer wieder ein amüsiertes Grinsen über die Backen huscht, ist da schon vorprogrammiert. Man versuchte mit diesem schrecklichen CALIFORNIA AXE MASSACRE (by the way: Die Axt kommt vor, nur das Massaker hat die falsche Ausfahrt genommen und hat es nicht mehr rechtzeitig ins Drehbuch geschafft) einen ernsten Vertreter des berüchtigten Rape and Revenge-Genres zu produzieren und scheiterte kläglich. Einige wenige gute Ansätze (die Frage zum Beispiel, wie weit Lisa selbst in ihrer Isolation schon degeneriert ist und wer denn überhaupt nun Opfer und Täter ist) verpuffen im großen Nirvana der Filmgeschichte. Da hilft auch diese recht nette 70ies Low Budget-Atmo nichts. Man sieht einen einzigen filmischen Krampf, mit Dialogen für die Ewigkeit wie z. B. "Max, hol mir ein Glas Wasser. Noch besser Max: hol es dir selbst und trink es aus, damit du was zu tun hast" oder auch "Du spritzt mich an Max" (nun stelle sich der Leser das ganze mit einer gewollt möchtegerncoolen Aussprache vor) bei dem man entweder

a) die Hände über dem Kopf zusammenschlägt

oder

b) vor Lachen beinahe vom Stuhl fällt

Die meisten Fans des Genrefilms ziehen ja Punkt a vor, der Rezensent fühlt sich zu Punkt b hingezogen. Und wenn man wirklich nicht über solche filmische Gülle lachen und damit seinen Spaß haben kann, der mache besser wie viele andere auch einen großen Bogen um diesen Streifen. Trash pur für Obertrashfans!

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