Drei Gangster befinden sich, nachdem sie ein Schwulenpärchen ermordet haben, auf der Flucht. Sie versorgen sich rücksichtslos an einer Tankstelle, wo sie noch die Kassiererin dazu nötigen, Wilhelm-Tell-Spiele zu veranstalten. Auf ihrem Weg geraten sie zu einem einsam gelegenen Haus, in dem die junge Lisa mit ihrem gelähmten Großvater wohnt. Bereits bei der Beschreibung ihres trostlosen Lebens wird klar, dass die zurückhaltende, wortkarge Lisa zumindest beim Hühnerschlachten mit der Axt umgehen kann. Als sich die drei Verbrecher bei ihr einnisten, spielt sie zunächst ihr Spiel mit und gewährt ihnen zwangsläufig Unterschlupf und verpflegt diese. Der Hintergrund der drei bleibt ungeklärt, lediglich die Gewaltenteilung untereinander fällt auf: Während der skrupellose Steele das Sagen hat und den ebenso gewissenlosen Lomax die Drecksarbeit verrichten lässt, ist der junge Billy sichtlich niedergeschlagen über die Gewalt, die von ihnen ausgeht. Es dauert nicht lange, und der Fettwanst Lomax fällt eines Nachts über Lisa her, die ihn mittels Rasiermesser umbringt. Doch nicht nur der Mord erstaunt an der unbedarft wirkenden jungen Frau, sondern erst recht der weitere Verlauf, in dem sie die verbleibenden gegeneinander ausspielt und sich den Übergriffen zur Wehr setzt, statt sich in Hoffnungslosigkeit das Leben zu nehmen, wie sie es erst vorhatte. Die Atmosphäre ist in manchen Einstellungen geradezu statisch bis depressiv, obwohl die Dialoge der deutschen Synchro doch mehr holperig bis billig sind. Die Kamera fängt in diesem Billigstreifen immer wieder nachdenkliche Bilder in diesem ruhigen Szenario ein, während der Schnitt teils merkwürdige Kapriolen schlägt, wodurch die Handlung kleine Sprünge bekommt. Die minimalistische Inszenierung wird in der deutschen Fassung mit einem Score von Oliver Krekel untermalt, der zwar gut gemeint ist, sich jedoch zu oft mit viel Getrommel und Gerassel in den Vordergrund spielt. Mit diesem kleinen Rachewerk sollte man keinen überdrehten "Last House On The Left" oder gar oberfiesen "Texas Chainsaw Massacre" erwarten, wie der dämliche Alternativtitel "California Axe Massacre" vermuten lässt. Trotzdem bietet "Die Axt" einiges für Freunde des morbiden Depri-Horrors, nur viel Action sollte man nicht erwarten. Die wenigen Morde sind nicht wirklich spektakulär, dafür gibt es schicke Ansichten von blutverschmierter Badewanne, Waschbecken, usw., Gorehounds wird das entschieden zu wenig sein. Schade eigentlich, daraus hätte eine echte Perle werden können.
Fazit: Garantiert kein Massaker, aber für Old-School-Fans aufgrund der etwas kruden Stimmung auch nicht uninteressant. 5/10 Punkten