THE THING (2011)
Ein Kettenfahrzeug fährt durch eine Wüste aus Schnee und Eis. Darin wird gescherzt und gespaßt. Man ist bester Dinge. Ein Signal wird aufgefangen und der Fahrer des Gefährts zum halten bewogen. Dumm nur, dass sich just in diesem Augenblick eine Gletscherspalte unter dem Fahrzeug auftut und es samt Besatzung in die Tiefe reißt. Verkeilt im tausende Jahre alten Eis offenbaren die Scheinwerfer etwas, dass so lieber hätte verborgen bleiben sollen: ein gigantisches UFO.
Von nun an gibt’s das altbekannte Programm, für Fans von Carpenters DING von 1982 nichts Neues. Lagerkollaps, paranoide und eben auch bewaffnete Freunde, die plötzlich keine mehr sind, Misstrauen, Panik. Draußen die Eiseskälte, drinnen ein Ding. Genauer: DAS DING. Bis auf eine kleine Neuerung, die mir auch ganz gut gefiel, gab’s also nur Bewährtes. Dies war solide dargeboten und auch bisweilen recht spannend inszeniert. Dumm nur, dass sich bei so viel Parallelen zum Carpenter-Werk eben auch ein Vergleich aufdrängt. Und was soll ich sagen, dann kann THE THING nur verlieren. Die Kälte und das gegenseitige Misstrauen sind hier weniger intensiv fassbar, als es bei Carpenter der Fall war. Man war zwar sichtlich bemüht, doch ist der Film zu steril ausgefallen um die Atmosphäre des Originals glaubhaft einfangen zu können.
Zum Creature-Design: großartig! Es ist DAS DING! Jedem Fan dürfte das Herz aufgehen. Andererseits ist es tragisch, dass die FX ursprünglich handgemacht war und teilweise auch bereits abgedreht war und abschließend doch dem CGI-Effekt zum Opfer fiel. So reihen sich beeindruckte Szenen an banale, bisweilen merkwürdig aufgesetzt aussehende Effekte. Das trübt den Genuss ungemein. Da splittert Glas sichtlich unecht, da stört einen plötzlich die Atemwolke aus dem Computer (kein Plan, wie das in Echt aussieht, aber Unecht erkennt man sofort), da kommen einem die Tentakel so merkwürdig vor. Unterm Strich bleibt Bedauern über das Potenzial, dass nicht ausgeschöpft und genutzt wurde obwohl es vorhanden war. Den Bogen zum Original schlägt man zwar auf die letzten fünf Minuten sehr eindrucksvoll, aber eben auch wieder mit einem Kompromiss fürs amerikanische Publikum, dass ungern auf seine Helden verzichtet.
Der überwiegende Verzicht auf den Morricone-Score, der zwar angedeutet aber nie ausgeschöpft wird, rundet die Endtäuschung ab. Es bleibt eine THE THING-Version, die hätte groß werden können, die hätte begeistern können, die am Ende aber doch nur ein Aufguss ist. Hier und da mit sehenswerten Sequenzen, aber im Gros ohne Potenzial. Sehr Schade! 5/10