Review

Ich habe mich lange nicht unbeliebt gemacht. Das muss sich unter allen Umständen umgehend ändern. Das Original "Das Ding aus einer anderen Welt" ist ein Film, den ich absolut nicht ausstehen kann. Bitte nicht gleich schießen, denn ich kann durchaus anerkennen, dass dieser Film zurecht ein Kultfilm ist und war zur damaligen Zeit sicherlich das Nonplusultra. Ich habe den Film relativ spät gesehen und leider konnte er mich überhaupt nicht überzeugen. Das ist natürlich komplett subjektiv, denn ich persönlich fand dieses "Ding" total lahm und diverse Mutanten, die hier durchs Bild gehüpft sind, wirkten auf mich eher unfreiwillig komisch. Nun kam 2011 ein selbsternanntes Prequel ins Kino und meine Erwartungen waren natürlich dementsprechend gering, was aber nicht an der nicht enden wollenden Flut an Prequels, Reboots und Remakes liegt. Als der Film zu Ende war, klatschte ich wirklich vor Begeisterung in die Hände. Nein, nicht weil der Film so gut war, sondern weil ich heilfroh war, dass dieser dumme Film endlich zu Ende war. Meine Erwartungen wurden um ein Vielfaches unterboten und ich muss ganz offen gestehen, dass auch ich das Original im Vergleich hierzu als ein Meisterwerk abstempeln muss. "The Thing" ist nicht nur ein grottenschlechter Horrorfilm ohne Tiefe und Gruselfaktor, sondern auch eine erneute Verarschung an die Zuschauer, denn dieser Film ist Alles nur kein Prequel.

Wir befinden uns, wie schon im Original, in der Antarktis. Eine Gruppe von norwegischen Forschern stoßen hierbei auf ein mysteriöses Wesen, Welches sie nicht identifizieren können. Als die Wirbeltierexpertin Kate Lloyd hinzugezogen wird, beginnt man das Untier zu untersuchen, doch das Unheil nimmt schon rasend schnell seinen Lauf. Das "Ding" bricht aus und bringt kurzer Hand und in kürzester Zeit schon mal einen Forscher um. Doch den tapferen Männern, die hier ausschließlich die Waffen tragen, schaffen es, dass Ungestüm nieder zu brennen und zu töten. Danach beginnt eine erneute Untersuchung und da stellt Kate Lloyd etwas Unfassbares fest. Das Alien kann sich reproduzieren und die Gestalt von Menschen annehmen. Urplötzlich können sich alle Beteiligten nicht mehr gegenseitig trauen und so beginnt ein unangenehmes Psychospiel, denn eins ist klar : Das "Ding" fackelt nicht lange und macht mit jedem lebenden Objekt kurzen Prozess.

Ja, der Film soll zeitlich vor dem Original spielen und ein paar kleine Details, die im Originalfilm verborgen blieben, werden hier aufgedeckt. Dies geschieht aber nur ziemlich am Anfang, der ganze Rest des Films wirkt eher wie ein fürchterlich gescheitertes Remake, wo sogar Szenen 1 zu 1 aus dem Original übernommen werden. Das tödlichste Gift für einen Film ist, wenn er nicht weiß, was er genau sein möchte und das versetzt diesem Film in Windeseile den Todesstoß. Hinzu kommt ein total langweiliges Setting und viel zu wenig Gruselmomente. Ich hatte auch hier wieder mit dem Monster das gleiche Problem wie beim Carpenter Film. Mich gruselt dieses Ungeheuer überhaupt nicht und hat nicht mal ansatzweise eine so unheimliche Aura wie das weltberühmte "Alien" aus der gleichnamigen Saga. Klar, es ist vielleicht ganz interessant zu beobachten wer von den Herrschaften eigentlich noch Mensch ist und wer nicht, aber richtige Spannung kommt dabei eh nicht auf, da die Schauspieler allesamt ihre Rollen nicht ernst nehmen. Noch dazu ist der Film gespickt mit einer Vielzahl von Logiklöchern, die besonders gegen Ende immer größer und dämlicher werden. Die Effekte haben mir dafür ziemlich gut gefallen, auch wenn diverse Ungeheuer (Halb Mensch halbe Alien) auch hier wieder unfreiwillig komisch aussehen. Wenn sich irgendein Kerl offenbart und zum Alien mutiert, sieht das nicht sonderlich gruselich aus, sondern eher albern, fast so als hätte man es hier mit einer CG überarbeiteten Muppet-Version für Erwachsene zu tun. Das Ende ist klischeehafter wie kaum ein Zweites und wir bekommen den dümmsten Twist zu sehen, den dieser Film zu bieten hat. Somit bleiben wirklich nur die Animationen und vielleicht noch die Geräuschkulisse als einziger wirklich positiver Aspekt übrig.

Mary Elizabeth Winstead übernimmt hier die Hauptrolle und liefert einen wirklich miserablen Job ab. Mit versteinerter Miene und komplett ohne Ausstrahlung stolziert sie durch den Film und darf ab und zu überschwängliche Reden halten oder dem Alien Feuer unterm Hintern machen. Ich mochte ihre Performance in "Scott Pilgrim vs The World" schon nicht (obwohl der Film oberaffengeil ist), weshalb sie wohl nicht in absehbarer Zukunft zu meinen Lieblingsschauspielerinnen gehören wird. Als einzigen, wirklich erwähnenswerten männlichen Schauspieler haben wir Joel Edgerton als typischen, klischeehaften Mann, der stets tapfer und mutig agiert. Es ist wirklich sehr schmerzhaft ihn in so einem schlechten Film zu sehen, wo er doch zuvor in "Warrior" eine beachtliche Leistung abgeliefert hat. Die restlichen Charaktere sind übliches Kanonenfutter und dürfen immer nur für eine bestimmte Zeit auf der Matte stehen, manche mehr manche weniger. Interessant ist hierbei auch, dass manche Charaktere einfach so verschwinden und man nie wieder was von ihnen erfährt. Es wird zwar kurz erwähnt, dass "Mr. X" noch am Leben ist, aber im weiteren Verlauf wird auf dieses Thema nicht weiter eingegangen.

Ich kann diesen Film eigentlich nur eingefleischten Horrorfreaks empfehlen, die sich ausschließlich nur solche Filme angucken und dabei wenig Wert auf Atmosphäre, Spannung und Logik legen. Alle anderen kann ich nur vor diesem Film warnen, gerade wenn ihr Fans vom Original seid. Der Film ist weder Fisch noch Fleisch (oder besser weder Prequel noch Remake?), sondern eher verfaultes Obst, das einfach nur noch ungenießbar ist.



Fazit : Mit verbundenen Augen kann man zumindest die gute Soundkulisse genießen. Ansonsten ist dieser Film ein Desaster. Die interessante Atmosphäre wird nicht genutzt, die Schauspieler agieren auf dem untersten Niveau, das Alien ist langweilig und das Ende eine Frechheit. Kurz : Der Film ist ein riesengroßer Reinfall.


3/10

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