Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 01.04.2012

So notwendig Carpenters Remake war, um dem 1951er Original den McCarthyismus in Form eines tumben, wankenden Gemüsemonsters auszutreiben, so wenig Sinn ergibt die aktuelle Neuauflage: Sie ist mechanisch betrachtet nicht viel schlechter als Carpenters Film, denn sie erzählt praktisch die gleiche Geschichte im gleichen Setting mit leicht verschobenem Blickwinkel, aber sie verbessert auch nichts, und so steht sie am Ende mit leeren Händen da. Im Direktvergleich lässt sie Russells Coolness vermissen (und versucht sich mit erbärmlichem Resultat an einer erneuten Ripley-Replik, die aber eher die Passivität einer Katey Holmes aufweist als die Aggressivität einer Sigourney Weaver), und die Ding-Effekte sind einerseits originell und beängstigend inszeniert (insofern sie sich beispielsweise vom traditionellen Monster abheben, das üblicherweise mit dem Maul attackiert, während "Das Ding" sich fast lieblich an die Wange des Opfers schmiegt und es dann einfach assimiliert), andererseits stört in vielen Sequenzen mal wieder die CGI-Herkunft und fehlende Handwerkskunst; außerdem wurde bei Carpenter der archaisch-evolutionäre Fortbewegungsdrang des Monsters deutlicher, das sich über Beine, Greifwerkzeuge und andere nützliche Organe definierte, während sich die 2011er Auflage vor allem auf die Absurdität des Körperhorrors konzentriert. Nicht schlecht, aber was sollen wir jetzt daraus ziehen?

*weitere Informationen: siehe Profil

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