Eines Abends in einem Wolkenkratzer und Bankensitz: Im obersten Stockwerk steigt eine Party. Auf dem Weg nach oben bleibt der Fahrstuhl stecken. Nachdem man sich ausgiebig in die Wolle bekommen hat, stellt sich heraus, dass ein Passagier eine Bombe mit Zeitzünder bei sich trägt…
ACHTUNG: SPOILER INSIDE!
Fahrstuhl-Horrorfilme sind ja immer so eine Sache. Erinnert man sich an den holländischen Killerlift aus FAHRSTUHL DES GRAUENS, dessen US-Remake DOWN oder Shyamalans DEVIL, dann war die Thematik stets mit viel Unernst, Unzulänglichkeiten und unfreiwilligem Humor verbunden.
Wer das Wagnis dennoch eingeht, bekommt einen soliden B-Horrorthriller geboten, der Spannung, allerdings auch ein gehobenes Maß an Dämlichkeit aufweisen kann. Im Aufzug sitzen fest: Der Chef der Bank mit seiner rotznäsigen Enkelin, ein hysterischer Kerl mit Platzangst, ein Fettsack, eine Reporterin, die mit ihrem iPhone dokumentiert, ein Banker mit einer geilen Ische, eine schwangere Tussi, geschwängert von ihrem Kollegen, dem Banker mit der geilen Ische, und – nicht zu vergessen – eine verärgerte Kundin, die sich eine Bombe um die Hüften geschnallt hat.
Was folgt, ist unlogisch, bescheuert, mitunter sogar lächerlich. Die Schwangere pinkelt in ihre Handtasche. Per Sprechanlage wird der Hausmeister kontaktiert, der die gehfaulen Passagiere aber immer aufs Neue vertröstet. Ein Insasse erleidet einen Herzinfarkt und stirbt. Obwohl alle im Besitz eines Handys sind, ruft niemand die Polizei oder den Notarzt. Reanimation beherrscht auch niemand, weshalb der Sterbende ganz schnell für tot erklärt und ins Eck geschoben wird. Auf die Idee, die Lifttüren aufzustemmen, kommt man auch erst im Anschluss. Eine Leiche wird am Schluss noch mit einem Schweizertaschenmesser zerschnibbelt, worauf an dieser Stelle aber nicht näher eingegangen werden soll.
ELEVATOR bietet kurzweilige Unterhaltung, welche vor allem durch das nicht nachvollziehbare Agieren der Charaktere entsteht. Heftiges Augenrollen, Fremdschämen und Kopfschütteln sind zwar inklusive. Als Zuschauer ist man trotzdem kontinuierlich bestrebt, die Auflösung zu erfahren.
Unter den Schauspielern: Die hübsche Blondine Anita Briem (DYLAN DOG) und John Getz bekannt aus Cronenbergs DIE FLIEGE und BLOOD SIMPLE.
Fazit:
Low-Fi-Version von ABWÄRTS. Klaustrophobisches Kammerspiel mit Macken. Trotzdem ganz nett.