Klaustrophobische Situationen erlebt jeder unterschiedlich, denn manchem reicht bereits ein beengter Arbeitsplatz, andere werden in einem überfüllten Lift nervös, während es wiederum Leute geben soll, die es sehr lange auf engstem Raum eingesperrt aushalten.
Wenn ein Kind so eine Extremsituation erlebt, kann das schon mal zu einem Trauma führen, wie uns dieser niederländische Thriller erzählt.
Studentin Eva (Carolien Spoor) bezieht ein neues Apartment und wundert sich nur minimal über ein paar merkwürdige Nachbarn. Doch als sie eines Tages mit Handschellen an ein Bett gefesselt in einem kargen Kellerraum erwacht, bricht die junge Frau verständlicherweise in Panik aus…
Das Motiv des Peinigers wird direkt durch die Exposition veranschaulicht, als ein Mädchen einen Jungen in ein verlassenes Krankenhaus lockt und ihn unter einem Vorwand dazu bringt, sich in ein Krematorium einschließen zu lassen.
Die Eingangssequenz ist recht stimmungsvoll ausgefallen und macht Lust auf einen atmosphärischen Streifen, was sich im Verlauf leider nur zum Teil erfüllt.
Denn dem Titel gemäß ist der Hauptschauplatz ein karger Kellerraum, in dem Eva die meiste Zeit zwangsläufig ausharren muss, während der Peiniger zunächst nur mit Schutzanzug und Gasmaske in Erscheinung tritt und mit Voice Changer arbeitet.
Bleibt lediglich die Frage nach der Identität des Entführers, doch die ist aufgrund des mehr als überschaubaren Figurenkreises ebenfalls rasch beantwortet.
Im Folgenden gibt es einen ständigen Wechsel zwischen Fluchtversuchen und Sanktionen, wobei das Geschehen zu keiner Zeit die Gefilde des Torture Porn streift. Dazwischen ermittelt noch ein Privatdetektiv, während sich im Verlauf die Logiklöcher häufen.
Wie kann jemand eine Mietswohnung unbemerkt präparieren? Muss der Peiniger nicht arbeiten und woher stammt das Geld für die baulichen Veränderungen und dürfen Psychiater in Holland neuerdings ihre ärztliche Schweigepflicht vernachlässigen?
Manche Aspekte sind noch entschuldbar, demgegenüber fallen Einzelheiten der Geschichte wahrlich hanebüchen aus, so dass diese einiges an Glaubhaftigkeit einbüßt.
Zwar retten ein paar minimale Wendungen in Sachen Motivlage noch ein wenig und auch die durchweg überzeugenden Darsteller holen eine Menge aus den eher flachen Figurenzeichnungen heraus, doch so richtig will der Funke zum Mitfiebern nicht überspringen. Immerhin wird die Temposchraube zum Showdown noch ein wenig angezogen und auch wenn innerhalb der letzten Minuten noch ein paar Logiklücken hinzukommen, so sind die letzten Abläufe doch recht anständig in Szene gesetzt, denn handwerklich ist an diesem Langfilmdebüt nicht allzu viel auszusetzen.
Dennoch bietet der Streifen kaum Innovationen, markante Eigenheiten oder gar erzählerische Finessen, denn ähnliche Geschichten gab es bereits zuhauf und auch weitaus mitreißender in Szene gesetzt.
Die leicht eindimensionale Handlung leidet an ihrer Vorhersehbarkeit, der geringen Abwechslung und den mangelnden Konfrontationen zwischen Peiniger und Opfer, welche erst zum Finale körperbetonte Ausmaße annehmen.
Spannende Momente sind zwar zu verzeichnen, doch im Gesamtbild reicht das nicht aus, um als deutliche Empfehlung durchzugehen.
5,5 von 10