Dieser Film wird für viele wahrscheinlich eine Enttäuschung sein, was aber nur bedeutet, dass sie mit falschen Vorstellungen an den Film herangetreten sind.
Er ist bestimmt kein Meisterwerk der cineastischen Geschichte, hat jedoch als Novum (die Verbindung von Gewalt und Pornographie) durchaus seinen Reiz.
Die Handlung ist natürlich etwas dürftig, aber Baise-Moi möchte auch gar nicht als hochtrabendes Drama oder intelligenter Thriller daherkommen.
Es geht ihm um die Darstellung des letzten Weges zweier Frauen, die von der sie umgebenen männlichen Gewalt (kriminelles Milieu, Prostitution, Vergewaltigung) gebeutelt Amok laufen und dies stellt er auch recht gelungen dar.
Baise-Moi ist entgegen seines Rufes weder ein Hardcore- noch ein Splatterfilm. Tatsächlich ist sogar eher der vollkommene Mangel an richtig blutigen Effekten meines Erachtens sein größtes Manko.
Die blutigen Szenen sind bis auf wenige Ausnahmen kaum "schlimmer" als in einer durchschnittlichen Tatort-Folge. Hier hätte etwas (bzw. deutlich) mehr Gewalt dem Film noch gut getan.
Die Hardcoreszenen sind auch nicht vergleichbar mit irgendwelchen Pornos. Man sieht zwar "alles", aber immer nur kurz und fast nie in Vollbild. Auch hier wieder: Außer dem "Zeigen" kaum ein Unterschied zum Durchschnitts-Tatort.
Die häufig angeprangerten schauspielerischen Fähigkeiten der Darsteller sind ausreichend gut, um die nötige Atmosphäre herzustellen.
Meiner Meinung nach ist Baise-Moi kein besonders "männerfeindlicher Film". Mich hat sogar eher die Gewalt gegen die vielen unbeteiligten Frauen schockiert.
Das Bild passt eigentlich gut zum Film, auch der permanente Einsatz der Handycam hat mich nicht im geringsten gestört.
Insgesamt hat mir Baise-Moi über seine gesamte Laufzeit Spaß gemacht. 7/10