Mitte der Neunziger bis Anfang 2000 konnte niemand im Film die Knarre zücken, ohne nicht in irgendeiner Weise einem gewissen Quentin Tarantino zugeschrieben zu werden. Hier schickte man zwei französische Pornodarstellerinnen ins Rennen, die sich durch das nächtliche Paris ballern und vögeln dürfen.
Genau genommen ist auch "Baise Moi" nichts weiter als ein lupenreiner Exploitationfilm, bei dem eine Gewaltstory mit etwas Hardcore-Sex angereichert wurde. "Caligula" und Konsorten lassen grüßen. Mit Arthaus oder gar Kunst hat dieser Billigreißer nichts zu tun. Das Werk ist eher etwas puffiger Pulp, bei dem die spekulativ-graphischen Schauwerte klar überwiegen während die simple Run&Hide-Story auf absoluter Sparflamme kocht.
Natürlich verursachte der Streifen Zeit seiner Veröffentlichung einen riesen Skandal, doch liegt die Vermutung nahe, dass dieser nur bei all jenen passierte, die noch nie einen richtigen Porno gesehen haben. Einige Szenen sind schon recht derb, doch dürfte kaum jemand brüskiert sein, wer schon Vergleichbares kennt. Die Production Values sind auf absolutem HC-Standard. Für keine einzige Location wurde wohl mehr bezahlt als zwingend notwendig war.
Halten wir also fest: Rau, schmutzig, simple Story. Absoluter Erwachsenenfilm mit etwas mehr Knarren. Für die Freunde des gehobenen schlechten Geschmacks jedoch beileibe nicht ganz unflott.