In kaum einer Zeit wurden so viele Slasher herausgebracht wie in den Achtzigern, wobei es nur wenige zu wahren Klassikern gebracht haben. Autor und Regisseur Justin Russell hat sie wahrscheinlich alle gesehen und sich daraus einige markante Szenen geschnappt und diese zu einem Sammelsurium von Klischees aneinandergereiht.
Amy überlegt, ob sie einer Studentenverbindung beitritt, da verschwindet eine Schülerin spurlos. Belästigende Anrufe werden zunächst als Streiche der Jungs abgetan, bis das nächste Mädchen verschwindet...
In den ersten Minuten wird durchaus eine gewisse Nostalgie spürbar, da der Look der Achtziger stimmig ist und auch bei den Outfits der jungen Leute hat man sich weitgehend an authentische Einzelheiten gehalten. Allerdings wird auch deutlich, dass die Mimen kaum besser performen als so einige Laien in den alten Pendants, während die Figurenzeichnungen gegen Null tendieren und selbst Hauptfigur Amy keine markanten Eigenschaften mitbringt.
Der Schauplatz des Campus birgt indes nur allzu selten atmosphärische Momente, die meistens jäh durch unnötige Unterhaltungen zwischen den Studentinnen zerstört werden.
Noch übler ist es um den Killer bestellt, denn der offenbart weder ein Motiv, noch wirkt der Kerl sonderlich furchterregend, zumal sein Antlitz recht früh zu sehen ist.
Der sitzt meistens nur in einem Kämmerlein und start auf die Fotos seiner potenziellen Opfer, stöhnt sich einen ab (und macht sonst noch was außerhalb des Kamerasichtfeldes), bis er schließlich kurz, aber schmerzvoll zur Tat schreitet.
Denn die handgemachten Effekte kaschieren immerhin noch ein wenig von dem ansonsten uninspirierten Treiben. Meistens schlägt der Typ mit dem Hammer zu, so dass auch mal ein Auge eingedrückt wird, es werden Köpfe abgeschlagen, ein Gesicht zerfetzt und ein anderes zertrümmert. Die Effekte können sich trotz ihrer schlichten Machart sehen lassen, - als Einziges vom Gesamtwerk.
Denn dieses gerät zu keiner Zeit spannend, es fehlt das Gespür fürs Timing, ein Augenzwinkern sollte man ohnehin nicht erwarten und selbst der Showdown ist überfüllt von Logiklöchern und irrationalen Verhaltensweisen.
Wenn man eine Handvoll der schwächsten Slasher der Achtziger nimmt und daraus einen Querschnitt bastelt, kann man sich in etwa vorstellen, was den geneigten Genrefan zu erwarten hat. Eine gelungene Hommage sieht zumindest anders aus.
2,5 von 10