Von skandinavischen Thriller-Ergüssen wird man nur selten enttäuscht. Die norwegische Produktion HEADHUNTERS macht da keine Ausnahme, aber alles der Reihe nach.
Wir begleiten den kleinen aber erfolgreichen Geschäftsmann Roger, der sich seinen luxuriösen Lebensstil nur anhand krimineller Machenschaften im Kunst-Milieu finanzieren kann. Als er den Besitzer eines echten ‚Rubens'-Gemäldes kennenlernt werden die Augen feucht...
HEADHUNTERS ist anders. Anders als die üblichen Hollywood-Beiträge aus dem Krimi-Genre. Morten Tyldum gelang eine krude Krimi-Mixtur, die mit unvorhersehbaren Wendungen immer wieder aufs Neue überrascht und in den entscheidenden Momenten mit pechschwarzem Humor aufwartet. Eine Mischung, die man ansonsten von Quentin Tarantino oder Guy Ritchie kennen und lieben gelernt hat. Genau diese Vorbilder mag der Regisseur auch als Antrieb für diese herrlich chaotische Krimi-Farce genommen haben. Dass die Geschichte funktioniert, wenngleich Sie in einigen Momenten als Gratwanderung der Glaubwürdigkeit gerade noch so durchgeht, liegt auch an einem hervorragend aufgelegten Schauspieler-Trio. Allen voran Aksel Hennie blüht in der Figur des gejagten und der Verzweiflung nahen 'HEADHUNTERS' Roger richtig auf, aber auch die anderen skurrilen Beteiligten können vollends überzeugen. Der Streifen bietet jedenfalls genügend Potential (alleine die gerne zitierte Fäkalien-Szene ist einfach sensationell), um früher oder später in einem Atemzug mit ähnlich gelagerten Werken der Coen-Brüder genannt zu werden.
HEADHUNTERS ist einfach erfrischend leicht inszeniert und durch die wendungsreiche Story hochspannend und in keiner Sekunde langweilig. Dennoch kommen auch die Freunde des klassischen Thrillers auf ihre Kosten, wobei Tyldum gerne mit schrillem staubtrockenem Humor und heftigen Gewaltexzessen zu überraschen weiss.
Eine rundum gelungene Mischung, bei der man eigentlich nichts falsch machen kann - für Fans der genannten Vorbilder ein absoluter Geheimtipp!
(8,5 / 10)