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Ray Harryhausens Gesellenstück, der eh schon recht schmalzige "Mighty Joe Young" aus dem Jahre 1949, enthielt ein Stop Motion-Glanzlicht, eben den großen Joe, der aus dem Urwald in unsere Zivilisation verpflanzt wurde.
So etwas muß natürlich irgendwann remake-d werden, und für solche Fälle holt man sich den Disney ran, vor allem wenn die Computertechnik sich so weiter entwickelt hat, daß man den Gorilla komplett am PC entstehen lassen kann.

Wäre nur schön gewesen, wenn man mal fünf Cents in eine interessantere Story investiert hätte. Die ist nämlich in fünfzig Jahren schon ziemlich eingerostet. Irgendwie kennen wir das auch schon aus diversen Tarzanfilmen etc.: Töchterlein und Gorillalein verlieren beidseitig die Mutter an einen osteuropäischen Jägersmann, der bei der Aktion zwei Griffel einbüßt, obwohl wir ihn auch am Akzent wiedererkannt haben.
Ein paar Jährchen später ist einer von beiden zu riesenhafter Größe (es handelt sich nicht um Charlize Theron, was schade ist) angewachsen, der andere ist extrem niedlich und sexy (es handelt sich nicht um den Gorilla, was sehr schön ist). Prompt werden bei entdeckt und weil sinnvoll und sinnlos zugleich, wird Joe nach L.A. verfrachtet, wo er in seinem Naturpark natürlich auf diverse ignorante Kerlchen trifft, die entweder kurzsichtig oder schusselig sind.

Wir müssen natürlich nur noch auf die ergrauten Jägersleut warten und auf einen bösen Verschwörerplot und dann sind endlich die meisten qualvollen Minuten des Films um und Donkey Kong rennt durch Down Town. Dabei werden noch fleißig Vorbilder von King Kong geklaut, während die gesamte hartherzige Öffentlichkeit (vor allem Polizisten), den armen Joe ganz dull, äh doll umnieten wollen, der natürlich ganz chanel noch ein Kind von einem brennenden Riesenrad rettet, worauf alles sonst jubelt und lacht.

Eine ganz dreiste Nacherzählung ist das, die sich verständlicherweise ganz auf die Affenschauwerte verläßt und auch noch recht gut damit fährt. Denn Joe ist wirklich ganz vortrefflich gelungen - da stimmt jedes Haar, da paßt die Mimik und die Bewegungen sind auch edel. Und wenn er dann on the rampage ist, gibt's noch mehr zu bewundern, schöne kleine Sachen und die haben auch meistens Charme.

Dagegen verblassen sowohl Lichtgestalt Charlize als auch der Mann für alle Fälle, Bill Paxton, die hier wenig zu tun haben, außer immer einen Schritt zurück zu sein.

Leider quetscht der Film auf der Schlußgeraden ein wenig zu viel an der Sirupdrüse rum, daß stört dann erst recht, wenn man sich noch nicht über den formelhaften Ablauf aufgeregt hat, den ein Sechsjähriger vorhersagen kann.
Doch genau ab dieser Altersklasse wird der Film allen Besuchern der familiären Art wohl gefallen haben, auch wenn der Abgang des Jägersmannes am Ende recht herb für Kindergemüter ist. Vielleicht kommt auch Disney irgendwann auf die Idee, daß ein paar Wagnisse einem Film manchmal gut tun, denn der Erfolg des Films war eher medioker. Ich kratze mal allen guten Willen zusammen und drücke noch 5/10 ab, und die gehören alle dem Affen. Darauf ne Banane.

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