Redemption / Open Guns - Der Kampf ums Überleben hat begonnen (2011) von Joseph Paul Stachura
Es gibt mehrere Filme mit dem Namen "Redemption" - hier wird jener besprochen, der in Verbindung mit dem Amerikanischen Bürgerkrieg steht. Beim Stöbern bei AMAZON bin ich schon früher auf ihn aufmerksam geworden, die dort abgegebenen Bewertungen und Kommentare haben mich aber damals vom Kauf der DVD abgehalten.
Als ich neulich "Die große Civil War Spielfilm-Box" (7 Filme für 11,99 €) kaufte, war ich gespannt nun doch mal diesen Film sehen zu können, der ja hier mit drauf ist.
Wehende Fahnen im Schlachtenlärm, prächtige und teils zerlumpte Uniformen, Menschenmassen, die auf sich schießen, begleitet vom fernen Donner der Artillerie...
Darf man auf ein ähnliches Spektakel wie "Gettysburg", "Gods & Generals" oder "Glory" hoffen???
Hmmm - eigentlich nicht so ganz, denn der Film spielt leider nach dem Sezessionskrieg. Aber die o.g. kriegerischen Merkmale kommen drin vor - wenn auch nur in Form von kurzen, oberflächlich gehaltenen Rückblenden. Der Krieg ist gerade zu Ende und die Geschichte startet laut Prolog am 3. März 1865 (autsch - der Krieg ging doch offiziell bis zum 9. April!? Wobei einzelne fanatische Einheiten der konföderierten Armee sogar noch ein paar Monate weiter kämpften!)
Also kurz um - nein, dieser Film ist auf jeden Fall kein empfehlenswerter Vertreter des blutigen Konflikts zwischen Nord- und Südstaaten! Aber um was geht es dann???
...Zwei Männer und ihre Ehefrauen machen sich, mit dem bißchen was ihnen noch geblieben ist, auf den Weg nach Westen - Kalifornien Pazifikküste, in der Hoffnung dort auch ein bißchen Gold zu finden. Sie wollen neu anfangen und die Gräuel des Krieges hinter sich lassen, den beide Männer traumatisiert überlebt haben. Sie kommen alle aus Atlanta (Hauptstadt von Georgia, ehem. C.S.A.), das am 11. November 1864 zu 90% von Shermans brandschatzenden und plündernden Truppen zerstört wurde (Sherman gilt als Vater des totalen Krieges, der auch die Zivilbevölkerung nicht verschonte). Unterwegs treffen sie auf eine 6-köpfige Familie/Gruppe, die aber überwiegend nur spanisch spricht und die Vier für verhasste Yankees hält...
Dieses Zusammentreffen ist dann auch die Grundlage für die insgesamt 3(!) spannenden Szenen (eine davon ist härter, bzw. brutaler ausgefallen, als in meinen Augen nötig gewesen wäre). So lebt dieses Drama von ursprünglich 4 + 6 Schauspieler. Ach nein, ich habe ja noch den Komparsen der Union vergessen, der in den Rückblenden zu sehen ist, sowie all die Statisten aus den Schlachtszenen.
Ehrlich gesagt missfiel mir der Film aber nicht wegen der handvoll Schauspieler, sondern weil es zwar eine geradlinige Handlung gibt, aber einfach viel zu wenig passiert. Größtenteils dümpelt die Geschichte so vor sich hin - der Regisseur hatte anscheinend kein Gefühl dafür, schwache Handlungen/Abschnitte gut in Szene zu setzen, Szenen spannender drehen zu lassen oder dem Film einfach etwas Pepp zu verleihen. Schade, denn im Prinzip macht er sonst einen professionellen Eindruck! Selbst die dt. Synchro ist akzeptabel und auch die Soundkulisse der kriegerischen Rückblenden machen Lust auf mehr. So kann ich neben den bereits angedeuteten 3 spannenden Szenen und der insgesamt recht professionellen Umsetzung eigentlich nur noch die Landschaftsaufnahmen loben. Wenn ich an die Mondlandschaften und Baugruben mancher Italowestern denke, bietet "Redemption" recht viel fürs Auge - auch wenn mir andere Drehorte in den USA noch lieber wären (Monument Valley, Grand Canyon, texanische Steppe...), aber es soll ja nach Westen gehen. Wenn man sich dabei mal die Kamerafahrten durch die Natur ansieht, kann man da Einiges an Zeit- und Kostenaufwand erahnen. Für bspw. 1 Min. Drehzeit werden hier viele Filmschnipsel zusammengefügt, für die u.U. große Entfernungen und Mühen zurückgelegt werden müssen.
Naja, mehr als 4 von 10 Punkten sind bei mir leider nicht drin. 5 und 6 Punkte entsprechen einem durchschnittlichem Film und dafür bietet er einfach zu wenig Handlung und Unterhaltung - schade!
Dass übrigens bei solch einer langen Reise durch die freie Natur die Klamotten stets aussehen wie frisch aus der Reinigung, fällt dann auch nicht mehr ins Gewicht. ^^