Kurz vor Erscheinen von Scream 4 kamen lustigerweise gleich zwei Dokus zum Franchise heraus, die allerdings komplett unabhängig voneinander sind. Zwar sind die Beteiligten im Wesentlichen die gleichen und logischerweise überkreuzen sich auch viele der Infos, aber allein die unterschiedlichen Hintergründe und Klamotten zeigen deutlich, daß man hier zwei völlig unabhängige Retrospektiven vor sich hat. Allerdings ist man bei the inside Story doch ein wenig breiter gefächert. So konnte man hier beispielsweise sogar Courtney Cox zu einem Feedback überreden, aber vor allem der Schreiber Kevin Williamson kommt hier zu Wort und hat doch einiges mehr zur Idee und Entstehungsgeschichte rund um Ghostface beizutragen. Dazu kommen dann noch Stimmen von „auswärts“ wie beispielsweise Eli Roth oder Robert Englund. Hier hat man zumindest die Nase vorn.
Der Ablauf der knapp 90 Minuten ist dabei wie immer. Man mischt Interviews mit allen Beteiligten vor und hinter der Kamera, die dann ihre besten Anekdoten und Wissenswertes erzählen, präsentiert kurze Ausschnitte und sogar ein paar nette Drehfotos. Anzumerken ist, das so ziemlich alle wirklich gute Laune präsentieren. Wes Craven ist dabei der gewohnt eloquente Hauptredner, den man allerdings quasi auf den Regiestuhl damals zwingen mußte, denn selbst er glaubte nicht an den Erfolg des Projekts weil das Horrorgenre 1996 im Grunde eigentlich abgeschrieben war.
Man kennt ja bereits viele Infos, das man beispielsweise lange nach einer Schule suchen mußte, die eine Drehgenehmigung erteilte oder die Zickigkeit von Drew Barrymore, die ja eigentlich die Hauptrolle übernehmen sollte. Aber es gibt auch zahlreiche neue Hintergründe. So kam die Drehbuchidee von den Taten des realen Serienkiller „Gainesville Ripper“ oder man schildert welche Filme speziell Craven inspiriert haben, aber auch andere interessante Fakten machen die Doku für die ans lohnenswert. Man sollte allerdings Englischkenntnisse mitbringen, denn meines Wissens erschien the inside Story noch nicht auf Deutsch oder wenigstens deutsch-untertitelt. Für mich hat inside knapp die Nase vorn im Vergleich zu still screaming, empfehlenswert sind aber dennoch beide.
7/10