Review

Gesamtbesprechung

Nancy Travis spielt eine Psychologieprofessorin, die sich mit dem Gebiet der Parapsychologie beschäftigt und einen Nachweis dafür erbringen will, dass es tatsächlich übersinnliche Erscheinungen gibt. Dazu lädt sie mehrere bekannte Medien in ein Geisterhaus ein, in dem es einmal übersinnliche Kräfte gab, die jedoch seit einiger Zeit zu schlafen scheinen. Nachdem sie und ihre Truppe diese Kräfte aktiviert haben, müssen sie jedoch feststellen, wie stark die übersinnlichen Kräfte wirklich sind.

Von Stephen King kennt man eigentlich innovative Horror-Geschichten und finstere Einblicke in die menschliche Seele, nicht umsonst gilt er als der beste Horror-Autor der Welt. Doch hier enttäuscht King leider. Geisterhaus-Geschichten sind ja sowieso alles andere als neu, allein schon bei der Grundidee bleibt Kings Ideenvielfalt also aus, da ist man aber wirklich besseres gewohnt. Die Charakterkonstruktion ist solide, könnte aber ebenfalls besser sein, da King die meisten Charaktere aus anderen seiner Werke übernimmt. Gerade bei diesem Werk hätte King tiefere Einblicke in das Gebiet der Parapsychologie und der übersinnlichen Ereignisse werfen können, aber auch bei diesem Thema wird er nicht allzu vielschichtig und kratzt nur an der Oberfläche. Die Wendungen sind relativ stereotyp und damit vorhersehbar, genauso wie die diversen Alpträume und Wahnvorstellungen der Protagonisten, die man schon aus dutzenden anderen Romanen und Filmen von King kennt. Offensichtlich fällt dem besten Horror-Autor nichts Neues mehr ein.

Wenn man Stephen King-Verfilmung hört, denkt man entweder an die wenigen Meisterwerke, die auf Kings Vorlagen basierten, wie "Carrie", "Shining", "The Green Mile", "Die Verurteilten", "Misery" oder "Dead Zone", oder an weniger gelungene King-Verfilmungen, meist schwache B-Movies mit Computerspiel-Effekten und schwachen Darstellern. Und bei "Das Haus der Verdammnis" handelt es sich leider um letzteres. Es gibt ein paar Effekte, die aber nicht wirklich überzeugen können, genauso, wie die eher schwache Filmmusik, die keine wirklich bedrohliche Atmosphäre aufbauen kann. Die Kulisse des Geisterhauses wirkt bedrohlich, aber die Atmosphäre ist dennoch eher blass. Die diversen Alpträume und Wahnvorstellungen der einzelnen Protagonisten können ebenfalls nicht mehr schockieren, da Stephen King Ideen dieser Art einfach zu oft verwendet hat. Darüber hinaus wirkt "Das Haus der Verdammnis" mit seiner immensen Länge wie eine Endlosschleife aus sinnfreien Dialogen und Alptraum-Visionen, deren Unterhaltungswert eher mäßig ist. Normalerweise würde ich bei diesem mäßigen Unterhaltungswert 4 Punkte geben, aber in Anbetracht dessen, dass "Das Haus der Verdammnis" immerhin über 245 einigermaßen unterhalten kann, sind es dann doch 5 Punkte, aber mehr als Mittelmaß ist das Werk von Regisseur Craig R. Baxley, der vorher unter Anderem Stephen Kings "Sturm des Jahrhunderts" inszenierte definitiv nicht.

Bei amerikanischen TV-Produktionen nach Stephen King kann man auch von den Darstellern nicht sonderlich viel erwarten und so ist es auch in diesem Fall. Wirklich schlecht ist zwar keiner der Akteure, aber für größere Projekte können sich die Darsteller auch nicht empfehlen. Nancy Travis, die bisher in einigen bekannteren Filmen wie "Spurlos", "Chaplin" oder "Air Amerika" zu sehen war, aber nie den Durchbruch schaffte, spielt noch am besten und liefert als ehrgeizige Parapsychologin eine ordentliche Leistung ab. Julian Sands kann sich ebenfalls von den übrigen, eher mittelmäßigen Darstellern abheben, da er zumindest mysteriös und suspekt genug für seine Rolle wirkt. Die übrigen Darsteller leisten sich einige Fehler und lassen "Das Haus der Verdammnis" nicht über das Niveau eines B-Movies hinauskommen. King selbst ist übriges in einem Gastauftritt als Pizza-Bote zu sehen.

Fazit:
Mittelmäßige Darsteller, billige Effekte, kaum Atmosphäre, durchschnittliche, ideenlose Story und mäßige Unterhaltung. Wie die aufgezählten Punkte wohl schon erahnen lassen, ist "Das Haus der Verdammnis" ein trauriger Beweis dafür, dass Stephen King nichts Neues mehr einfällt und ist damit nur für seine eingefleischten Fans empfehlenswert, zumal der Film dann doch eher ein billiges B-Movie ist.

48%

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