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Ein düsterer Killer macht die Straßen von San Diego unsicher: Gewandet in einen langen dunklen Mantel über der Blue Jeans agiert der schwarze Lederhandschuhe tragende Killer mit dem glänzenden Kochtopf auf den Schultern stets mit einer messerscharfen Stielkasserolle bewaffnet - wehe wer sich ihm in den Weg stellt. Seit Neuestem ist er jedoch auf der Suche nach Liebe - und prompt erwischt es mit Hope (Talia Tabin) eine Kochstudentin, deren dämlicher Freund kurzerhand geköpft wird. Nach einer kurzen Romanze mit Panman muss sie jedoch ebenfalls sterben, und ihre Schwester Justice (Tina Molina) macht sich auf die Suche nach dem Mörder. Unterstützung findet sie ausgerechnet in jener Kochklasse ihrer Schwester, deren manischer Professor Hunter einige Studenten zur Dämonenjagd zusammengetrommelt hat. Mit der Schwester der Toten will er dem Panman eine Falle stellen und ihn endgültig beseitigen...

Hinter dem deutschen Titel Bis das Blut kocht versteckt sich die Fun-Splatter-Komödie Panman, eine veritable Trash-Perle, deren Namen passenderweise jedoch eher Potman lauten müßte, nachdem hier vorwiegend Kochtöpfe zum Einsatz kommen. Grenzenlose Selbstverarschung aller Darsteller (außer dem stummen Panman selbst, der aber durch sein äußeres Erscheinungsbild ohnehin genug zum allgemeinen Blödsinn beiträgt), schier bodenlose Scherze und bewußt dümmliche Dialoge sind die Eckpfeiler dieser kalifornischen Vergackeierung, deren inhaltlich(!) abstrakter Nonsens noch am ehesten mit einigen Monty-Pythons-Sketchen zu vergleichen sind.

Die Story um den Panman deklariert sich im weiteren Verlauf des Films als die Seele eines russischen Kochs, der eines gewaltsamen Todes starb und im Moment seines Ablebens ein giftgrünes Gas ausstieß, welches fortan zumindest in einem menschlichen Wirtskörper zur Wahrung seines Spezialrezepts "pochierter Lachs" dient - so erklärt es Professor Hunter im Kreise seiner studentischen Mitverschwörer. Ähnlich wie Knoblauch gegen Vampire hilft gegen den Panman nur grünes Pesto, von dem der überengagierte Dämonenjäger immer ein Fläschchen griffbereit in der Hosentasche dabei hat. Mit seinem gnadenlosen Overacting geht einem G. Larry Butler in der Rolle des überkanditelten Professors zwar schnell auf die Nerven, aber was er zuviel an Action versprüht, kompensieren dafür seine versammelten jugendlichen Vigilanten, die wie müde Trantüten wirken. Ihr völliges Versagen, als der Panman in ein Restaurant (na wohin denn sonst) gelockt werden konnte, muß man ebenso gesehen haben wie die von lautester Kitschmusik untermalten Strand-Szenen, wenn der voll bekleidete Panman mit Hope im Bikini verliebt im Sand spielt...

Auch einige wenige Splatterszenen sind zu sehen, immerhin handgemacht und nicht ganz schlecht, auch wenn das Blut eher wie chinesische Süß-Sauer-Sauce wirkt. Das niedrige Budget ist bei der kameratechnischen Fokussierung auf die handelnden Personen inklusive diverser Close-ups nicht unbedingt zu spüren, die Locations (Klassenzimmer, Garten, Wohnung, Strand) sind ohnehin eher unspektakulär, nur das ab und zu auftauchende Auto, ein Mitsubishi Spyder Cabrio, ist immer dasselbe.

Das Bemerkenswerte an Panman ist der Umstand, daß im Gegensatz zu anderen Trash-Granaten, wo gerne filmfremde Personen im Bild zu sehen sind, miserable Darsteller etwas anderes tun als sie vorgeben oder die Kulissen mangels Budget einfach nicht passen (von der Verwendung von unpassender Stock Footage oder katastrophal schlechten Trick-Effekten mal ganz abgesehen) daß also all diese und andere typische Trashfilm-Begleitumstände in keiner einzigen Szene von Panman anzutreffen sind - vielmehr scheint jede Einstellung genauestens durchkomponiert worden zu sein. Schnittfehler, Anschlußfehler, Goofs sucht man hier vergeblich, sodaß sich auch hier der Eindruck verfestigt, dieser ganz absonderliche Schwachsinn sei wohlgeplant so abgedreht worden. Und in der Tat: Die Verarschung von Publikum und Darstellern beginnt schon in der ersten Einstellung und zieht sich nahtlos über den ganzen Film hinweg bis zur letzten Szene nach dem Abspann. Zu keiner Zeit versucht Panman, irgendwie ernst zu wirken, spätestens alle zwei Minuten kommt ein abgeschmackter Witz um die Ecke und nach einer gewissen Laufzeit bewegt den geneigten Zuseher schließlich nur noch die Frage: Wie blöd kanns noch werden?

Albernheit & Sinnlosigkeit wohin man auch schaut, aber wer sich darauf einläßt, wird nicht schlecht bedient. Wer allerdings Ernsthaftes erwartet, der wird wohl enttäuscht sein. Für mich wars eine etwas andere aber nichtsdestotrotz nette Unterhaltung - 6,51 Punkte.

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