Review

Sehr gut anzuschauen war die Vorschau, ebenso das Cover, welches ich schon in der Hand hielt. Dann zögerte ich aber doch und hab mir den Kauf des Videos verkniffen. Und das war auch besser so, denn mittelmäßige Filme kommen bei mir nicht ins Haus. Irgendwie habe ich eine slashende Killerlehrerin erwartet, die ihren Schülern die Hölle heiß macht. Denn im Titelnamen "Tötet Mrs. Tingle" wird mehr angepriesen, als sich dann tatsächlich im Film verbirgt.

Nun gut, in einem Punkt wurden meine Erwartungen erfüllt. Man bekommt es hier mit dem Lehrer-Albtraum zu tun. Aber Mrs. Tingle dreht nicht irgendwie durch und ist auch kein Alien oder dergleichen. Nein, sie ist einfach nur eine fiese Lehrerin, die es auf ein paar Schüler abgesehen hat. Als sie Leigh Ann mit den Prüfungsaufgaben erwischt, bietet sich für sie die beste Gelegenheit, der guten Schülerin, die unbedingt die beste der Klasse werden muss, ihre Zukunft zu versauen. Leigh Ann will ihr das Missverständnis erklären, denn sie ist eigentlich unschuldig. Zusammen mit ihrer Freundin Jo Lynn und Luke, der sie überhaupt erst in diese Situation gebracht hat, steht sie dann vor Tingles Haustür, um ihr klar zu machen, dass sie nicht betrügen wollte. Als sie merken, dass es bei der Lehrerin keinen Blumentopf zu gewinnen gibt, gerät die Situation außer Kontrolle und die drei fesseln Tingle ans Bett.
Dies war zwar nicht die von mir erwartete Storyline, aber trotzdem geht sie bis dahin in Ordnung, wenn sie auch nicht glaubwürdig ist. Dann folgen bis zum Ende hin aber nur noch gähnende Minuten. Aus dieser Zwickmühle, in der die drei Teenies stecken, hätte man ganz klar viel mehr machen können und müssen. So folgt fast eine Stunde nur dummes Gequatsche. Einzig sehenswert sind hier nur die Dialoge zwischen Mrs. Tingle und den drei Teenagern. Geschickt nimmt sie sich jeden einzelnen vor und versucht so die drei gegeneinander auszuspielen. Aber wirklich Spannung erzeugt höchstens das Ende.

Dazu fallen noch unlogische Aktionen negativ ins Gewicht. So macht es zum Beispiel keinen Sinn, dass Mrs. Tingle Luke an das kaputte Bett fesselt, bei dem sie sich eben noch befreien konnte.
Auch das Verändern der Noten mit Bleistift ist völlig für'n Arsch. Also ich hab bisher keinen Lehrer erlebt, der seine Abschlussnoten mit Bleistift ins Zensurenbuch einträgt.
Im Darstellerbereich gibt es teils positive als aber auch negative Vertreter. Auf den Wecker kann einem besonders Marisa Coughlan gehen, die höchstens in der "Exorzist" - Szene etwas witzig wirkt. Allerdings muss man sich fragen, was diese Vorführung überhaupt mit dem eigentlichen Film zu tun hat?
Mittelmäßig spielen Barry Watson und Katie Holmes. Letztere ist mir hier einfach zu brav und wirkt, als wenn sie im Leben noch nie einen Jungen an sich rangelassen hat. Um so überraschender dann ihr zu Werkegehen mit Luke. Bonuspunkte wegen ihrer Freizügigkeit (wenn man sie im BH sieht, ist das für ihre Verhältnisse schon das höchste der Gefühle) fährt sie bei mir deswegen aber nicht ein.
Den besten Eindruck macht immer noch Helen Mirren als Mrs. Tingle. Ihrer Figur hätte man mehr Freiheiten gewehren sollen.

"Tötet Mrs. Tingle" hält nicht das, was der Titel verspricht. Aus der anfänglich guten Story hätte man mehr machen müssen. So bleibt die Spannung doch auf der Strecke und Langeweile macht sich desöfteren breit.

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