Review

Das klaustrophobische Duell zwischen Kidnapper und Opfer kann durchaus spannend ausfallen, sofern genügend Handlungsfreiraum und abgerundete Figurenzeichnungen eingebunden sind. Was jedoch Regieneuling Joseph M. Monks aus der simplen Prämisse ausarbeitet, hätten wohl die meisten deutschen Hobbyfilmer mit ein paar Freunden besser hinbekommen.

Julia (Saskia Gonzales), die sechszehnjährige Tochter des Abgeordneten Jennings wird von einem Unbekannten (Terry West) entführt und in einem kargen Raum gefangen gehalten.
Indes sind Cops und Agenten ausgeströmt, die junge Frau zu finden, jedoch ohne Erfolg.
Doch was will der Entführer, wenn er denn schon kein Lösegeld fordert?...

Die ersten Minuten sagen bereits viel über die Qualität der Produktion aus, denn die Sets wirken recht willkürlich, die unscharfen Bilder auf halbdunklen Straßen sehen amateurhaft aus und als schließlich eine Domina und ihr Sklave auf der Bildfläche erscheinen, wird´s gänzlich dilettantisch. Julie erfährt indes überhaupt keine Figureneinführung, was ein späteres Mitfiebern fast unmöglich macht, denn erst später erfährt man via (Audio!) – Flashback, dass es zum Streit zwischen Eltern und Tochter kam.

Nun könnten zumindest etwas Folter und perfide Erniedrigungen ein wenig Spannung aufkommen lassen, doch Fehlanzeige. Das Opfer jammert, der Peiniger triumphiert und das Härteste ist eine angedeutete Faust zum Schlag ausholend, eine gesetzte Spritze mit (vermutlich) Heroin und Elektrostöße, welche keine sichtbaren Spuren hinterlassen.
Rund vierzig Tage befindet sich die junge Dame in Gefangenschaft, bis sich die Lage zu einem einschneidenden Ereignis zuspitzt, wobei dramaturgisch letztlich nicht mehr geschieht als in der Stunde zuvor.

Die Auflösung des Ganzen ist allerdings so hanebüchen, dass sie dem kruden Stoff einen Sonderpunkt einheimst, denn in den Staaten ist so eine Geschichte durchaus denkbar und teilweise sogar nachvollziehbar.
Das ändert allerdings nichts am durchweg negativen Gesamteindruck, denn dieser Anfängerstreifen baut zu keiner Zeit Spannung auf, er bietet handwerkliches Niveau auf Einsteigerbasis eines Urlaubsfilmers und darstellerisch kann allenfalls Saskia Gonzales als Entführungsopfer mit einiger Authentizität punkten, während alle übrigen Performer durch Talentfreiheit bestechen.

Erwähnenswert für Freunde alternativer Musik ist eventuell noch der Score von Robert Feigenblatt (!), den Crüxshadows und Bella Morte, der nicht ganz so unpassend klingt und die Tatsache, dass die Familie eines ranghohen Politikers in einer billigen Absteige mit noch billigerer Ausstattung und uraltem Telefon haust, manche Nagellacke problemlos einen Monat überstehen und die Mutter nach einem geschlagenen Monat noch so haltlos jammert, als sei der Tod der Tochter soeben bestätigt worden.
Alles unspannend, alles laienhaft, unblutig und nicht der Rede wert.
2 von 10

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