In Rahmen seines 2009er Horror-Thrillers „Laid to Rest“ präsentierte Regisseur, Skriptautor und F/X-Experte Robert Hall („Lightning Bug“) dem geneigten Publikum einen der reizvolleren „neuen“ Killer der vergangenen Dekade – nämlich ChromeSkull, seines Zeichens ein schweigsamer, schwarz gekleideter Mörder, der sein Gesicht hinter einer metallischen Totenschädel-Maske verbirgt, vorrangig zwei fiese Messer als „Tatwerkzeuge“ nutzt und seine auserkorenen Opfer überdies ganz gern mit einer auf seiner Schulter befestigten Videokamera filmt. Zwar konnte der Low-Budget-Indie mit einer düsteren Atmosphäre, passablen Besetzung sowie einigen der ansehnlichsten Tötungssequenzen der jüngeren Genre-Geschichte aufwarten – dennoch vermochte mich das Gesamtergebnis letztlich nur bedingt zufrieden zu stellen, was primär an seiner (inhaltlich wie stilistisch) holprigen, unoriginellen sowie schlicht gearteten Beschaffenheit lag. Unabhängig dessen erwarb sich der Streifen in entsprechenden Fan-Kreisen jedoch rasch einen bekannten Namen und soliden Ruf – weshalb es auch nicht allzu sehr verwundert, dass Hall bereits knapp zwei Jahre später eine Fortsetzung „nachreichte“, welche es im Folgenden nun zu besprechen gilt...
Nahtlos schließt der Einstieg des Werks ans Ende seines Vorgängers an: Während Princess (Allison Kyler) und Tommy (Thomas Dekker), die Überlebenden des ersten Teils, in ein Motel einchecken, um sich zu „sammeln“ und etwas auszuruhen, liegt ChromeSkull (Nick Principe) noch immer mit etlichen schweren Verletzungen auf dem Boden eines kleinen Ladens, offenbar dem Tode nahe – als plötzlich einige dunkel gekleidete Gestalten am Ort des Blutbads auftauchen, ohne Vorwarnung ein ebenfalls eingetroffenes Polizistenpaar töten sowie den leblosen Körper zügig in einen parat stehenden Krankenwagen hieven, in welchem dann sofort mit einer fieberhaften Notversorgung begonnen wird. Wie es sich herausstellt, ist ChromeSkull keineswegs „nur“ ein Serienkiller – sondern zugleich auch Entscheidungsträger innerhalb einer geheimnisvollen Organisation, deren Angehörige ihn bei seinen Taten (hochachtungsvoll sowie mit regem Engagement) unterstützen. Angesichts der physischen Verfassung seines Chefs sowie in der festen Hoffnung bzw. Überzeugung, ganz in seinem Sinne zu handeln, nimmt dessen „Nummer 2“ Preston (Brian Austin Green) die Angelegenheit sogleich in die eigenen Hände – worauf er Princess kurzerhand aufspürt und auf brutalste Weise ermordet…
Nach mannigfachen OPs und drei seither vergangenen Monaten sowie stärker verärgert als erfreut über Preston´s Alleingang, brennt ChromeSkull inzwischen förmlich darauf, sich wenigstens an Tommy persönlich rächen zu können. Zumindest vermag ihm Spann (Danielle Harris), die wohl loyalste seiner Gefolgsleute, in dieser angespannten Phase einen „würdigen Ersatz“ für Princess „anzubieten“ – nämlich die aufgrund einer Krankheit gerade kontinuierlich ihr Augenlicht verlierende Jess (Mimi Michaels). Zwar kann Preston die beiden Entführungen erfolgreich über die Bühne bringen – doch steigert sein immer eigenständigeres Handeln sowie seine „ausgeprägte Begeisterung“ fürs blutrünstige Treiben zunehmend ChromeSkull´s Missfallen, dessen markante Maske er bei den jeweiligen Taten zudem gar selbst zur Schau trägt. Obendrein sind es (zu allem Überfluss) ausgerechnet einige kleinere von ihm begangene Fehler, die den für die Ermittlungen zuständigen Beamten des örtlichen Police Departments (Owain Yeoman) auf die Fährte der mysteriösen Gruppierung lenken: Ein Wettlauf gegen die Uhr um das Leben der Verschleppten setzt ein, welche sich gleich zwei gnadenlosen Killern gegenüber sehen, die aber erst einmal untereinander noch so einige Dinge „zu klären“ haben…
Bereits beim Lesen der Inhaltsangabe wird einem auf Anhieb bewusst, dass die Story von „Laid to Rest 2“ andere Pfade als die des ersten Films beschreitet: Statt erneut auf ein klassisch-gradliniges „Slasher-Basisschema“ zurückzugreifen, konzipierten Hall und sein Co-Autor Kevin Bocarde eine Geschichte, welche die ursprüngliche sowohl übergangslos fortführt als auch um diverse neue Facetten erweitert. Komplexer ist sie geworden – u.a. dank mehr Figuren (sprich: Opfern), Schauplätzen und offerierten Hintergründen. Verglichen mit anderen Genre-Franchises (á la „Halloween“ oder „Friday the 13th“) wird ChromeSkull´s Überleben unmittelbar zu Beginn sogar relativ „plausibel“ erklärt bzw. aufgezeigt – denn es stellt sich heraus, dass er nicht nur über verschiedene Helfer verfügt, sondern ebenfalls über umfangreiche finanzielle Ressourcen, die seine medizinische Betreuung und „Regeneration“ im nötigen Umfang (absichernd) gewährleisten. Statt wie ein „typischer“ Serienkiller (allein) zu handeln, hält er eine hohe Position innerhalb einer hierarchisch aufgebauten Organisation inne – wie genau diese aber strukturiert ist, also ob es eventuell noch weitere Standorte oder „Ebenen“ (z.B. in Sachen „Rangordnung“) gibt, und welcher Masterplan eigentlich hinter all dem steckt, wird (über Andeutungen und einzelne Beobachtungen hinaus) allerdings so gut wie überhaupt nicht preisgegeben. Mag sein, dass bestimmte Zuschauer gewisse Probleme damit haben könnten, dass im Prinzip mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet werden – doch bin ich mir ziemlich sicher, dass so einiges in dieser Hinsicht im Zuge eines weiteren Sequels (demnächst irgendwann mal) eine Aufklärung erfahren wird…
Trotz etlicher neuer Informationen über ChromeSkull, welche dem Publikum im Rahmen des Verlaufs präsentiert werden, erfährt seine Person (glücklicherweise) aber keine allzu starke „Entmystifizierung“: Warum er etwa ein solches Faible für Särge besitzt, bleibt (u.a.) ebenso im Dunkeln belassen wie sein ganzes „Privatleben“ – von einigen überraschenden Details mal abgesehen, die ein reizvoller kleiner (sich nach Ende des Abspanns noch entfaltender) „Epilog“ zutage kehrt. Mit einem Gesicht, das infolge der Verletzungen und Operationen quasi an eine Kreuzung aus Frankenstein´s Monster und Mason Verger (siehe Ridley Scott´s „Hannibal“) erinnert, wie auch eine Menge Wut und einen gewaltigen „Rachedrang“ in sich tragend, sehnt ChromeSkull geradezu den Tag herbei, an welchem er endlich wieder aktiv ins Geschehen eingreifen kann – schließlich muss er (in seinem geschwächten Zustand) überdies ja noch mit ansehen, wie Preston immer mehr Aufgaben und Macht an sich reißt. All das lässt ihn zu einer noch gefährlicheren Killermaschine werden – was einem spätestens im Moment seiner (blutgetränkten) „Rückkehr auf die Bildfläche“ unmissverständlich klar wird. Erneut verkörpert ihn Nick Principe („Vs“) ohne Anlass zur Klage. In den Schatten gestellt wird er hier allerdings von Brian Austin Green (TV´s „the Sarah Connor Chronicles“), dessen Performance zwar beileibe nicht als „große Schauspielkunst“ (oder so) zu werten ist, jedoch mit sichtlichem Einsatz und Vergnügen angereichert daherkommt: In diesem Sinne meistert er die Rolle des Preston, der anfangs noch die Anerkennung seines „Befehlsgebers“ Schrägstrich „Idols“ sucht, später dann aber zunehmend seine direkte Nachfolge anzustreben scheint, auf ebenso unterhaltsame wie anständige Weise…
Während sich die Konflikte zwischen ChromeSkull und Preston kontinuierlich zuspitzen, nimmt die von Scream-Queen Danielle Harris („Stake Land“) gemimte Spann eine Art „Verbindungsposition“ zwischen ihnen ein: Obgleich leicht zu erkennen, auf welcher Seite sie dabei steht, sind ihre konkreten Motive und Absichten insgesamt jedoch nur schwer auszumachen bzw. einzuschätzen. War im Vorgängerwerk noch Hall´s (inzwischen Ex-) Frau Bobbi Sue Luther als Princess zu sehen, hat man jene im Vorliegenden kurzerhand durch Allison Kyler („Hallow Pointe“) ersetzt – wohingegen Johnathon Schaech („Takers“) nach seinem brutalen Ableben im ersten Teil nun in einer völlig anderen Rolle „zurückkehrt“, nämlich in der eines FBI-Agenten. Egal. Mit Hingabe spielt Mimi Michaels („Boogeyman 3”) indes die ihr Augenlicht verlierende Jess, welche nur Tage vor dem vereinbarten OP-Termin entführt wird und fortan verzweifelt um ihr Leben kämpfen muss: Verletzlich und nett, erweckt sie ein feines Maß an Sympathie seitens des Betrachters – was gleichermaßen auf den merklich traumatisierten, von Thomas Dekker („Kaboom“) rundum solide dargestellten Tommy zutrifft. Als zuständiger Detective agiert Owain Yeoman (TV´s „the Mentalist“) relativ passabel – allerdings sind die Cops in diesem Streifen leider kaum mehr als überwiegend recht unfähig vorgehende dem Tod Geweihte, was an einigen Stellen (gerade im finalen Drittel) unweigerliches Augenrollen hervorruft. Abschließend sind jetzt noch Gail O´Grady („Circle“) als Jessica´s Mutter sowie Porno-Sternchen Angelina Armani („Creep Van“) als sexy-toughe Polizistin zu erwähnen, welche beide akzeptable Leistungen abliefern…
Eine gewisse Steigerung der Skriptqualität ist nicht allein nur dank des zusätzlichen Maßes an Plot- und Charaktertiefe zu verzeichnen, sondern beispielsweise auch aufgrund des komplett neuen Backgrounds, der durchaus noch Potential für (mindestens) ein weiteres Sequel mit sich bringt. Nichtsdestotrotz sind maue Dialogzeilen, unoriginelle Ereignisfolgen, unclevere Entscheidungen sowie diverse Logikschwächen keinerlei Seltenheit – was bei Flicks dieser Art (generell) so ja leider des Öfteren zu verzeichnen ist und zugleich einmal mehr veranschaulicht, dass Hall´s Talente eher weniger im Bereich des Drehbuchschreibens zu verorten sind. Perfekt dagegen beherrscht er das Make-up- und F/X-Handwerk – und übertrifft sich in diesem Fall mal wieder selbst: Waren die Kills im ersten Film schon klasse, sind sie hier nun schlichtweg phänomenal! Hall und sein „Almost Human“-Team (unter der Führung Eric Porns) haben unglaublich graphische Tötungssequenzen arrangiert, die nur mit minimalen CGI-Ergänzungen auskommen und jeden „Gore-Hound“ in Verzückung versetzen sollten: Messer bohren sich tief in unterschiedlichste Körperpartien, Häupter werden gespalten oder abgetrennt – und eine spezielle Szene auf einer Treppe, in der eine eigens für Preston kreierte „Klingen-Waffe“ ihre grausame Verwendung findet, muss man einfach gesehen haben... natürlich sofern man sich denn traut, die Augen dabei überhaupt auf den Bildschirm gerichtet zu belassen! Unterlegt mit einem adäquaten Score, zweckdienlich bebildert sowie anständig umgesetzt, entfaltet sich der Verlauf ebenso zügig wie kurzweilig von einem Set-Piece zum nächsten – bis alles zu guter Letzt in einer (badass-) Einstellung mündet, welche die Lust auf einen dritten Teil nochmals erhöht und „unseren“ maskierten Schlächter inmitten eines belebten urbanen Straßenzugs zeigt: Bring it on!
Fazit: „ChromeSkull: Laid to Rest 2“ (2011) ist ein extrem brutaler, humorloser, inhaltlich gelegentlich etwas „wirr“ anmutender B-Movie-Slasher, der zwar nicht mehr über eine derart ausgeprägte düster-unheilschwangere Atmosphäre wie sein 2009er Vorgänger verfügt – jenen dafür aber (erfreulicherweise) in so ziemlich jeder anderen Hinsicht zu übertreffen vermag…
„6 von 10“