Charlie contra Hollywood!
Spike Jonze stand sicher vor der großen Herausforderung, seinem grandiosen Kino-Erstling "Being John Malkovich", ein gleichwertiges Produkt nachfolgen zu lassen.
"Adaption." ist gleichwertig in jeder Hinsicht. Die hinreißende Hollywood-Satire lebt von den grandios aufspielenden Darstellern, wobei ich keinen der drei - Nicolas Cage, Meryl Streep, Chris Cooper (Oscar!!) - heraus heben möchte, allesamt überzeugen sie mit einer ungeheuren Spielfreude und fügen ihrem Image neue Facetten hinzu.
Die Konflikte, welche Charlie Kaufman (Cage) in sich trägt und schließlich bis in ein lächerliches Drehbuch-Seminar treiben, sind erstklassig geschrieben, inszeniert und dargestellt. Der Film wird konsequent in die Gefühlswelt der drei (eigentlich vier) Figuren getrieben und bietet somit die Möglichkeit aus verschiedenen Blickwinkeln die Entwicklung des Buches "The Orchid Thief" zum Drehbuch "Adaption" zu verfolgen.
Leider Gottes muss Spike Jonze jedoch zu Beginn der Satire einen Rhythmus annehmen, welcher ihm offenbar nicht sonderlich behagt und so lahmt der Film zu Beginn, erstarrt teilweise regelrecht in seiner eigenen Schönheit, obgleich wunderschön fotografiert. Dies ist allerdings der einzige Kritikpunkt meinerseits, da Jonze es meisterhaft versteht, im Laufe des Films, eine Atmosphäre vollkommener Offenheit entstehen zu lassen.
Hinzu kommt ein äußerst gelungener Schluss, welcher eine Weiterführung des Drehbuch-Seminars darstellt und die Gedanken, welche dort geäußert werden, aufgreift und ad absurdum führt.
Das Publikum zu überraschen, egal mit welchen Mitteln und egal wie unlogisch alles erscheinen mag. Die Hauptsache ist ÜBERRASCHUNG!
Diese gelingt.
Fazit: Ein sehr intelligenter Film über Kreativität, die ewigen Zweifel eines kreativen Geistes und die Subjektivität der Schönheit, welche einzig und allein in einer seltenen Orchidee wohnen kann.