Auch wenn ich bis jetzt noch nicht weiß, wo in diesem Film ein "Inferno" sein soll, entpuppt sich der fünfte Beitrag zur Hellraiser-Saga als erfreuliche Überraschung nach dem erzählerisch auf der Stelle tretenden und unkoordiniert konzipierten vierten Teil.
Besonders hilfreich erweist sich die Abkehr von einer ausufernden Cenobitensaga, zurück zu einem atmosphärisch-bizarren Kammerspiel, das schon das Original zu einer finsteren Hölle machte.
Erzählerisch stellt sich das mehr als Mystery-Kriminal-Schocker dar, in dem ein Polizist auf der Jagd nach einem Serienkiller ist, geplagt von mysteriösen Cenobiten-Visionen, die seltsamerweise verstärkt um seine Person kreisen.
Die Story an sich ist dabei kaum erwähnenswert, wer ein wenig aufmerksam mitdenkt, wird bald merken, in welche Richtung das Schiff steuert. Auf die Schlußpointe kann in einem "Usual Suspects"- und "Seven"-Universum nicht mehr wirklich überraschen.
Was aber der Plot nicht aufbringen kann, ergänzt eine einfallsreiche Produktion durch reichlich beunruhigende Bilder, sich verschiebende Realitäts- und Traumebenen und diverse visuelle Einfälle, die beizeiten sogar an David Lynchs (man denke nur mal an die bizarre Kneipe mit den Spielern mit Hut) und David Fincher (der von Kerzen erhellte Beginn und der gewisse ausgebleichte Dreck) dunkelste Stunden erinnern.
Scott Derrickson hat seine Vorbilder in punkto Verwirrung gut studiert und führt den Zuschauer permanent in die Irre, wobei er nicht vergißt, in regelmäßigen Abständen immmer wieder Cenobiten zu präsentieren, um bei der Saga zu bleiben.
Pinhead selbst gibt dabei nur zwei kurze Gastauftritte, ehe er in der Schlußsequenz den entsprechenden Clou präsentiert. Mit gorigen Effekten wird zwar eher gespart, doch Blut fließt trotzdem ordentlich und diverse eklige Leichen liegen auch herum. Der Hauptschwerpunkt liegt jedoch auf der traditionellen Bizarrheit.
Falls man also nicht ständig Pinhead und seiner Höllendimension hinterherjault, kann einem dieser Film 90 Minuten brauchbare, wenn auch nicht unbedingt brandneue, aber dennoch spannende Unterhaltung bieten.
Was man doch mit begrenzten Mitteln so alles schaffen kann. (6/10, auf der B-Film-Skala).