Review

Der fünfte Teil der „Hellraiser“-Reihe entpuppt sich zu meiner Überraschung als ein solider Horrorstreifen mit psychologischem Tiefgang, unangenehmer, düsterer Atmosphäre, handwerklich bisweilen faszinierender Optik und überzeugenden darstellerischen Leistungen, der mehr auf die Geschichte selbst als auf blutige Effekte setzt, wenngleich diese dennoch nicht zu wenig vorhanden sind. Die Figur des rabiaten Bullen Joseph, um den sich der Film dreht, ist angenehm vielschichtig gezeichnet worden und lässt immer wieder eine Identifikation des Zuschauers mit ihr zu, was sich natürlich positiv auf den Spannungsbogen auswirkt, der bei allem Bizarren bis Surrealen der Handlung stets gespannt bleibt. Auf diese Weise einen Horrorfilm zu kreieren, der aufzeigt, wie sich jemand nach und nach seine eigene Hölle schafft und letztendlich daran zerbricht, ist prinzipiell eine wirklich gute Idee. Ich frage mich allerdings, warum man das Ganze unbedingt in einen Hellraiser-Rahmen zwängen musste – aber darauf weiß die Produktionsfirma mit Sicherheit eine gute Antwort… So spielen Pinhead und die Cenobiten hier klar die Nebenrollen und tauchen nur selten auf, was der Grund für die vielen schlechten Kritiken von Hellraiser-Fans gewesen sein dürfte. Etwas sauer stößt mir auch der moralisch erhobene Zeigefinger auf: Die Cenobiten kommen mich holen, wenn ich meine Eltern nicht besuche? Also bitte… Alles in allem ist „Hellraiser: Inferno“ aber mitnichten der schlechte Film, zu dem er oft gemacht wird, wurde aber sehr unglücklich vermarktet. Allein schon der Titel…

Details
Ähnliche Filme